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Die Blau­meise

Die Blau­meise (lat. Cyanis­tes caeru­leus, eng. Blue tit) hat eine Körper­länge von unge­fähr 12 cm. Die Männ­chen sind nur etwas größer als die Weib­chen. Das wohl auffäl­ligste Merk­mal ist die hell­blaue Kopf­platte. Kein ande­rer Sing­vo­gel in Mittel­eu­ropa hat hell­blaues Gefie­der an Kopf und Ober­seite.

Die Federn am Kopf kann die kleine Meise zu einer nied­ri­gen Haube aufstel­len. Über den Augen haben sie einen schwar­zen Strei­fen und weiße Bäck­chen im Gesicht. Die Flügel und Schwanz­fe­dern sind blau. An den Flügeln ist eine dünne weiße Binde und auch die Flügel­spit­zen sind weiß. Der Bauch ist leuch­tend gelb.

Blaumeise

Ausse­hen und Merk­male der Blau­meise

Der Schna­bel der Blau­meise ist braun, eher kurz und hoch im Gegen­satz zu ande­ren, verwand­ten Arten. Die Jung­vö­gel sind von den Eltern gut zu unter­schei­den, da sie eine grün­li­che Haube und gelb­lich gefärbte Wangen haben. Schwe­rer Unter­schei­den kann man dage­gen die Männ­chen und die Weib­chen. Sie unter­schei­den sich durch die Breite und die Färbung des Hals­ban­des und durch die Farb­in­ten­si­tät der Haube.

Die Männ­chen haben außer­dem mehr weiß an der Stirn, der Flügel­binde und den Steu­er­fe­dern. Im Ultra­vio­let­ten – Bereich, der für das mensch­li­che Auge nicht sicht­bar ist, können die Geschlech­ter leicht unter­schie­den werden. Unter diesem spezi­el­len Licht wird sicht­bar, dass die männ­li­chen Blau­mei­sen sowie die Weib­chen über auffäl­lige, sehr unter­schied­li­che Muster verfü­gen.

Im Durch­schnitt wird der kleine Vogel fünf Jahre alt, aller­dings ster­ben viele von ihnen schon im Alter von bis zu einem Jahr. In Deutsch­land wiegen die Männ­chen um die 11.5 g und die Weib­chen um die 11.0 g. Das Gewicht der Meisen unter­liegt jahres­zeit­li­chen Schwan­kun­gen. Ihr Höchst­ge­wicht haben sie im Früh­win­ter. Die Weib­chen sind kurz vor der Eiab­lage am schwers­ten (sogar schwe­rer als die Männ­chen).

Lebens­raum der Blau­meise

Die Blau­meise ist fast über­all in Europa zu Hause. Man findet sie von Skan­di­na­vien (außer im Norden und in Island) über Mittel­eu­ropa bis in den Iran, nach Nord­afrika und auch in Marokko. In Finn­land hat sich das Gebiet der Blau­meise im Laufe der letz­ten 100 Jahre nach Norden erwei­tert.

Blau­mei­sen sind in den unter­schied­lichs­ten Lebens­räu­men zu Hause. Ihr liebs­ter Lebens­raum sind Laub- und Misch­wäl­der mit vielen Eichen. Man findet sie aber auch auf Streu­obst­wie­sen, in Gärten oder in Park­an­la­gen. Sie lebt bevor­zugt im Flach­land, wenn sie im Gebirge lebt, dann im Tal.

Paarung und Brut­ver­hal­ten der Blau­meise

Geschlechts­reif werden Blau­mei­sen bevor sie ein Jahr alt sind. Der Revier­ge­sang der Männ­chen ist nicht nur für die Konkur­ren­ten gedacht, sondern auch für die Part­ne­rin. Es gibt das Ritual des „Höhlenz­ei­gens“ und später das „Balz­füt­tern“. Das Nest liegt höher am Baum und hat eine kleine Einflug­öff­nung. Sie bevor­zu­gen alte Bäume. Da es davon nicht mehr so viele gibt, kann man ihnen helfen in dem man einen Nist­kas­ten für Meisen aufhängt.Blaumeise im Nistkasten

Die Nist­käs­ten der Blau­meise soll­ten eine Einflug­öff­nung von 26-28 mm haben, sodass der Haupt­kon­kur­rent – die Kohl­meise – nicht hinein­passt. Sie verwen­den auch schon vorhan­dene Höhlen, beispiels­weise alte Specht­höh­len. Das Weib­chen baut alleine das eher aufwen­dige Nest. Die Außen­schicht besteht aus Moos und zerbis­se­nen, zerknick­ten Gras­hal­men. Danach kommt eine Pols­ter­schicht aus Tier­haa­ren und Federn. Der Nest­bau dauert einige Tage, je nach Witte­rung.

Blau­mei­sen können bis zu zwei­mal im Jahr brüten, und zwar von April bis Juni. Die Weib­chen legen zwischen 6 und 12 Eiern und brüten unge­fähr 15 Tage. Die Nest­ho­cker sind nach unge­fähr 20 weite­ren Tagen flügge und verlas­sen das Nest. Am Anfang ist haupt­säch­lich das Männ­chen für die Futter­su­che zustän­dig, nach ein paar Tagen teilen sich die Eltern die Arbeit gleich­mä­ßig auf.

Dieses Video zeigt toll das Brut­ver­hal­ten der klei­nen Blau­mei­sen:

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Natür­li­che Feinde und andere Gefah­ren der Blau­meise

Zu den natür­li­chen Fein­den der Blau­meise zählen beispiels­weise das Wiesel und der Turm­falke. Der Bunt­specht zählt auch dazu. Er hackt auf der Suche nach Eiern und Jung­vö­geln die Einflug­lö­cher auf. Ein weite­rer Feind ist der Sper­ber. Aller­dings haben die Blau­mei­sen einen effek­ti­ven Warn­ruf. Dieser ist auf einer so hohen Frequenz, dass der Sper­ber ihn fast nicht wahr­neh­men kann. Erwach­sene Blau­mei­sen werden selte­ner Opfer ande­rer Vögel als Jung­vö­gel.

Eine weitere Gefahr für die Jung­vö­gel ist die Witte­rung. Vor allem starke Witte­rungs­um­schwünge (zu kalt oder zu warm). Die erwach­se­nen Blau­mei­sen kommen damit ganz gut zurecht. Lebens­be­droh­lich kann auch ein zu klei­nes Nahrungs­an­ge­bot im Winter sein. Daher ist es sinn­voll ein Vogel­fut­ter­haus im Garten aufzu­stel­len.

Vogel­fut­ter für Blau­mei­sen

Blau­mei­sen sind sehr geschickt bei der Futter­su­che. Sie können nicht nur ganz nach außen an die kleins­ten Äste gehen, auch kopf­über arbei­ten ist für sie kein Problem. Zusätz­lich können sie zur Futter­be­schaf­fung auch sehr geschickt ihren Schna­bel und ihre Füße einset­zen.

Während der Fort­pflan­zungs­pe­ri­ode und der Jungen­auf­zucht ernäh­ren sie sich haupt­säch­lich von Insek­ten und Spin­nen. Aber auch Schmet­ter­linge in allen Entwick­lungs­sta­dien und Käfer stehen auf ihrem Spei­se­plan. Fast das ganze Jahr über sind auch Blatt­läuse Teil ihrer Nahrungs­quelle.

Im Herbst und Winter kommt mehr pflanz­li­che Kost zu ihrem Spei­se­plan hinzu. Zum Beispiel Buch­eckern, Eicheln, Edel­kas­ta­nien und Samen von unter­schied­li­chen Laub – und Nadel­bäu­men. Auch verschie­dene Beeren- und Obst­sor­ten gehö­ren dazu. Im Früh­ling essen sie gerne Blatt- und Blüten­knos­pen, Pollen und Nektar.

Das Vogel­fut­ter kann aus Sonnen­blu­men­ker­nen und Samen bestehen. Auch das Fett­fut­ter, beispiels­weise im Form des klas­si­schen Meisen­knö­dels ist bei den Blau­mei­sen gerne gese­hen. Man sollte nur darauf achten, dass man einen Knödel ohne Plas­tik­netz verwen­det, da sich die Vögel in dem Plas­tik verfan­gen und verlet­zen können. Das Futter wird am besten an einem über­sicht­li­chen Ort plat­ziert, so kann man die Vögel nicht nur gut beob­ach­ten, auch die Vögel können anschlei­chende Katzen leich­ter wahr­neh­men. Zum Verste­cken ist es gut, wenn in der direk­ten Umge­bung Büsche oder Bäume sind.

Falls in der Nähe Glas­schei­ben sind, sollte man diese bekle­ben, damit keine Unfälle passie­ren.

Blaumeise Steckbrief