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Der Garten­baum­läu­fer

Der Garten­baum­läu­fer, lat. Certhia brachy­d­ac­tyla und engl. Tree­cree­per, gehört zur Fami­lie der Baum­läu­fer und ist in vielen Teilen Euro­pas zu finden. Er besitzt eine hohe Ähnlich­keit mit dem Wald­baum­läu­fer und daher sind sie nur schwer vonein­an­der zu unter­schei­den.

In der Regel sind Garten­baum­läu­fer aber etwas dunk­ler als ihre nahen Verwand­ten. Oftmals ist jedoch die Unter­schei­dung nur mithilfe einer Laut­äu­ße­rung möglich. Bei Kälte verbrin­gen die Vögel ihre Nächte meist in Dach­vor­sprün­gen, wo sie sich anein­an­der geku­schelt Wärme spen­den.

Gartenbaumläufer

Garten­baum­läu­fer Merk­male

Die Weib­chen des Garten­baum­läu­fers sind etwas schwe­rer und größer als die Männ­chen, andern­falls sind die Geschlech­ter jedoch kaum zu unter­schei­den. Ausge­wach­sene Tiere errei­chen eine Körper­größe von unge­fähr 12 Zenti­me­ter und werden rund 11 Gramm schwer.

Die Unter­seite der Garten­baum­läu­fer ist weiß-bräun­lich, das obere Gefie­der rinden­far­big und mit brau­nen und schwar­zen Strei­fen durch­zo­gen. Die Federn über den Augen sind weiß und ähneln einem Strich. Die Augen sind dunkel und der Schna­bel ist ein wenig nach unten gebo­gen und eben­falls schwarz. Die Kralle an der Hinter­zehe ist etwas kürzer als beim Wald­baum­läu­fer. Außer­dem ist der lange Schwanz als Stütze und für das Steu­ern der Flüge sowie beim Klet­tern auf Bäumen ideal.

Der Gesang des Garten­baum­läu­fers ähnelt einem „tihtiih“ und ist kürzer und kräf­ti­ger als der des Wald­baum­läu­fers. Sehr typisch für den Vogel ist das Klet­tern an Baum­stäm­men. Hier­bei stützt sich der Vogel mit seinem langen Schwanz ab und bewegt sich in kurzen Sprün­gen aufwärts. Garten­baum­läu­fer werden häufig an Eichen, Ulmen und Eschen beob­ach­tet.

Ein beson­de­res Verhal­ten des Vogels besteht darin, den Baum­stamm von unten nach oben zu umkrei­sen. Außer­dem hängt er – wie manche seiner Artge­nos­sen – bei der Nahrungs­su­che unter­halb der Äste. Garten­baum­läu­fer sind rela­tiv ruhige Gesel­len und außer­halb der Brunft­zeit kaum zu hören. Die durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung eines Garten­baum­läu­fers wird auf rund 5 Jahre geschätzt.

Der Gartenbaumläufer

Lebens­raum des Garten­baum­läu­fers

Der Vogel ist in weiten Teilen West- und Mittel­eu­ro­pas zu finden sowie an der Ostgrenze zu Polen und der Schwarz­meer­küste. Weitere Bestände wurden in Südeu­ropa, Nord­afrika und im Westen Klein­asi­ens gefun­den.

Eine exakte Beschrei­bung der Lebens­räume ist jedoch nicht immer einfach, da es einige Arten der Baum­läu­fer gibt und diese sich in ihrem Ausse­hen sehr ähneln. Daher bedarf es oft einer langen und inten­si­ven Beob­ach­tung. Wer also glaubt, einen Baum­läu­fer in Skan­di­na­vien zu sehen, kann mit Sicher­heit davon ausge­hen, dass es ein Wald­baum­läu­fer ist.

In diesem Video werden die beiden Baum­läu­fer und ihre Unter­schiede kurz vorge­stellt:

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Bevor­zugte Gebiete für den Garten­baum­läu­fer sind Park­an­lan­gen, Laub­wäl­der sowie Obst­bäume. Des Weite­ren ist er auch auf Streu­obst­wie­sen, Alleen und in Misch­wäl­dern anzu­tref­fen.

Er über­win­tert als Stand­vo­gel in Mittel­eu­ropa und ist nur als Kurz­stre­cken­zie­her bekannt. Sein Brut­ge­biet befin­det sich selten weiter entfernt als 2000 Kilo­me­ter. In den kalten Mona­ten schließt sich der Sing­vo­gel gerne unter­schied­li­chen Schwär­men an, wie zum Beispiel Meisen­schwär­men.

Fress­ver­hal­ten des Garten­baum­läu­fers

Die ideale Tarnung ermög­licht es dem Sing­vo­gel, auf der Rinde von Bäumen auf Nahrungs­su­che zu gehen. Im Regel­fall bevor­zugt der Garten­baum­läu­fer Laub­bäume, da diese aufgrund ihrer Rinde ideal für die Nahrungs­su­che sind.

Meist besteht die tieri­sche Nahrung aus Larven, Insek­ten, Spin­nen und Würmern, die sie in den Ritzen der Baum­rinde finden. Im Winter machen Samen den größ­ten Teil der Nahrung des Garten­baum­läu­fers aus. Rela­tiv selten ist der Garten­baum­läu­fer bei selbst geschaf­fe­nen Futter­plät­zen wie Vogel­fut­ter­häu­sern zu finden. Falls er sich jedoch trotz­dem einfin­det, bevor­zugt er weiches und fett­hal­ti­ges Wild­vo­gel­fut­ter.

Paarung und Brut­ver­hal­ten des Garten­baum­läu­fers

Die Brut­zeit erstreckt sich von den Mona­ten März bis Juli. Bereits Anfang März sitzen Garten­baum­läu­fer auf einer Anhöhe und singen zur Balz. Sie haben rund ein bis zwei Jahres­bru­ten zwischen April bis Juni. Die Geschlechts­reife der Jung­tiere tritt bereits nach dem ersten Jahr ein.

Weib­chen legen bis zu sieben Eier. Die Schale ist glanz­los und weiß, meist braun oder rost­rot gespren­kelt. Die Eier werden nur vom Weib­chen ausge­brü­tet. Nach rund 13 bis 15 Tage schlüp­fen die Jung­tiere. Diese sind Nest­ho­cker und werden von beiden Eltern­tei­len gefüt­tert, bis sie schließ­lich stark genug sind und gemein­sam das Nest zu verlas­sen und selbst auf Nahrungs­su­che zu gehen.

Garten­baum­läu­fer bauen ihre Nester aus Halmen, Moos, Tier­haa­ren und Federn. Die geeig­ne­ten Plätze finden sie meist hinter losen Rinden von Bäumen. Das Innere des Nestes wird mit Wolle und Federn ausge­legt.

Natür­li­che Feinde und Gefah­ren des Garten­baum­läu­fers

Der Mensch ist der größte Feind des Vogels. Aufgrund der Abhol­zung zahl­rei­cher Wald­ge­biete zerstört er den Lebens­raum der klei­nen Sing­vö­gel. Auch Pesti­zide stehen ganz oben auf der Liste. Durch den Rück­gang an Insek­ten fehlt den Garten­baum­läu­fern die Nahrungs­grund­lage.

Zu den natür­li­chen Fein­den des Tieres zählen unter ande­rem Raben­vö­gel, Baum­mar­der sowie der Sper­ber und das Eich­hörn­chen. Der Garten­baum­läu­fer wurde im Jahr 2016 als nicht gefähr­det einge­stuft.

Fazit

Der Garten­baum­läu­fer zählt zu den Baum­läu­fern und ist in weiten Teilen Euro­pas verbrei­tet. Er besitzt eine große Ähnlich­keit mit seinem Artge­nos­sen dem Wald­baum­läu­fer. Der kleine Sing­vo­gel ist ein Meis­ter der Tarnung und besitzt so die idea­len Bedin­gun­gen, auf den Rinden der Bäume nach Nahrung zu suchen. Auch für Feinde sind sie so kaum zu entde­cken.

Der Gesang des Garten­baum­läu­fers wird meist nur während der Fort­pflan­zungs­zeit gehört, ansons­ten macht sich der Sing­vo­gel selten bemerk­bar. Die Haupt­nah­rung besteht typi­scher­weise aus Insek­ten, die sich in der Rinde von Bäumen befin­den. Da im Winter jedoch ein Insek­ten­man­gel besteht, gibt sich der Vogel auch mit pflanz­li­cher Nahrung zufrie­den.