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Der Haus­sper­ling

Der Haus­sper­ling (lat: Passer domesti­cus) ist bei den meis­ten Menschen in Deutsch­land besser als der Spatz bekannt. Der kleine Vogel gehört zu den weit verbrei­tets­ten und bekann­tes­ten Sing­vö­geln. Welt­weit gibt es über 500 Millio­nen Spat­zen. An Orten, an denen sich der Mensch aufhält, ist auch der Haus­sper­ling zu finden. Ausnah­men sind hier nur sehr tropi­sche Gebiete unse­rer Erde.

Die äuße­ren Merk­male des Haus­sper­lings

Der Haus­sper­ling gehört zu der Ordnung der Sper­lings­vö­gel und ist etwas kräf­ti­ger als andere Sing­vö­gel dieser Ordnung. Bei einer Größe von etwa 14 bis 16 Zenti­me­tern kann dieser bis zu 30 Gramm wiegen. Beson­ders markant ist der verhält­nis­mä­ßig große Schna­bel. Männ­li­che und weib­li­che Spat­zen unter­schei­den sich deut­lich in der Färbung. Das männ­li­che Tier hat eine dunkel­graue, teil­weise schwarze Kehle und einen dunk­len Brust­latz. Der Schei­tel ist eben­falls gräu­lich gefärbt und die Wangen des Tieres sind hell­braun bis weiß. Der Schei­tel wird von einem dunkel­brau­nen Strei­fen begrenzt, welcher von Auge zu Nacken reicht. Die Flügel sind eben­falls in den Farb­tö­nen schwarz, grau und weiß gefärbt. Sie haben eine Spann­weite von bis zu 23 cm und eine Länge von 7 bis 8 cm. Die Brust des männ­li­chen Haus­sper­lings ist asch­grau gefärbt. Häufig sind die männ­li­chen Tiere in Stadt­zen­tren und indus­tri­el­len Gegen­den durch die Verschmut­zung weni­ger auffäl­lig gezeich­net.

Männlicher Haussperling Spatz

Männ­li­cher Haus­sper­ling Spatz

Der weib­li­che Spatz ist deut­lich unauf­fäl­li­ger gefärbt. Der Kopf ist grau­braun und wird auch durch einen helle­ren Über­gang von Auge zu Nacken gezeich­net. Die Flügel des Weib­chens sind in einem hellen grau­braun gefärbt, der Rücken fein gestreift. Die Jungen des Haus­sper­lings sehen aus wie die weib­li­chen Tiere, sind nur an dem gelb­li­chen Schna­bel­an­satz zu erken­nen. Dieser färbt sich einige Tage nach­dem die Tiere flügge gewor­den sind, in die gewöhn­li­che Farbe um.

Weiblicher Hausspatz

Weib­li­cher Haus­sper­ling mit Jung­vo­gel

Einmal im Jahr, meist im Juli oder August findet eine Mauser statt. Hier­bei wech­seln die Haus­sper­linge das Gefie­der. Jung­tiere führen diesen Vorgang zwischen der sechs­ten und achten Lebens­wo­che durch. Um das Feder­kleid zu pfle­gen und vor Para­si­ten zu schüt­zen, führen die Vögel häufig Staub­bä­der durch.

Gesang des Spat­zes

Der Haus­sper­ling kommu­ni­ziert über unter­schied­li­che Gesänge. Beispiels­weise gibt es für die Warnung vor Fein­den am Boden einen ande­ren Ruf, als bei der Warnung vor Fress­fein­den von oben. Der männ­li­che Spatz „singt“ als einzi­ger. Das für den Spat­zen typi­sche tschil­pen ist unver­wech­sel­bar zu erken­nen. Beson­ders faszi­nie­rend ist, dass die Haus­sper­linge auch Alarme von Amseln und Staren kopie­ren und die Alarm­rufe ande­rer Arten verste­hen können.

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Natür­li­cher Lebens­raum des Haus­sper­lings

Wich­tig für den Haus­sper­ling ist das ganz jähr­li­che Vorkom­men an Säme­reien und Brut­plät­zen. Dies ist meist in Dörfern oder land­wirt­schaft­li­chen Gebie­ten gege­ben. Doch auch in Städ­ten, geschlos­se­nen Hallen wie Einkaufs­zen­tren und zoolo­gi­schen Gärten sind die Haus­sper­linge zu finden. Diese Art hat keine hohen Ansprü­che an die Umge­bung. Brut­vor­kom­men sind zwischen 86 Meter unter NN und 4500 Meter über NN zu finden.

Der Spatz ist der weit verbrei­tetste Vogel auf der Erde und in fast allen Ländern vertre­ten. In tropi­schen Gebie­ten, China und der Polar­re­gion sind jedoch keine Vögel dieser Art anzu­tref­fen.

Paarung und Brut­ver­hal­ten des Haus­sper­lings

Der Spatz neigt zu gemein­schaft­li­chem Brüten, bei dem die Nester einen Abstand von unge­fähr einem halben Meter haben. Geschützte Plätze, wie Dach­ni­schen oder Mauer­lö­cher werden vom Haus­sper­ling für den Nest­bau bevor­zugt genutzt. Auch sehr beliebt sind Nist­käs­ten, die vom Menschen ange­bracht werden können. Ist nicht ausrei­chend Brut­raum verfüg­bar, bauen die Tiere auch von Zeit zu Zeit ein Nest im Baum, welches durch eine Art Dach geschützt wird. Hier­bei wird zum Schutz vor Boden­fein­den eine Höhe von drei bis acht Metern gewählt.

Ein Haus­sper­ling erreicht die Geschlechts­reife am Ende des ersten Lebens­jah­res und wählt meist nur einen lebens­lan­gen Part­ner aus. Stirbt dieser, findet sich jedoch schnell ein neuer Part­ner. In Europa findet die Brut­zeit zwischen April und August statt. In dieser Zeit werden zwei bis vier Bruten aufge­zo­gen. Die Erfolgs­chan­cen stehen hier­bei jedoch bei der 3. und 4. Brut nicht so hoch wie bei den ersten beiden.

Mitte Februar beginnt in Europa meist die Balz. Hier­bei beset­zen die Männ­chen Nester und singen. Die Weib­chen achten bei der Part­ner­wahl dann auf einen siche­ren Nist­platz, den Gesang und das Anschwel­len des Brust­lat­zes. Zeigt ein Weib­chen Inter­esse, führt das Männ­chen den Nist­platz vor. Ist dieser in Ordnung, beginnt der stun­den­lang andau­ernde Gesang. Nicht selten ist beim Haus­sper­ling die Grup­pen­balz. Hier­bei wird ein Weib­chen von bis zu acht männ­li­chen Vögeln verfolgt. Diese versu­chen durch Picken in die Kloake die Kopu­la­tion durch­zu­füh­ren, was meist jedoch nicht geschieht.

Das Gelege einer Brut besteht meist aus vier bis sechs Eiern. Die Eier können je nach Weib­chen weiß, grau oder sogar grün­lich sein. Die Brut­zeit dauert zwischen zehn und fünf­zehn Tagen, kann sich aber auch auf bis zu zwei­und­zwan­zig Tage ausdeh­nen. Sowohl Männ­chen, als auch Weib­chen bebrü­ten die Eier abwech­selnd. Ist der Nach­wuchs geschlüpft, wird dieser zu Beginn vor allem mit Insek­ten und anschlie­ßend mit Körnern gefüt­tert. Die Jung­vö­gel sind nach spätes­tens zwei Wochen selbst­stän­dig.

Feinde und Gefah­ren des Haus­sper­lings

Zu den Fein­den gehö­ren vor allem größere Greif­vö­gel und Raub­tiere, die auf dem Boden leben. Hierzu gehö­ren vor allem Katzen. In Stadt­ge­bie­ten haben die Haus­sper­linge daher eine deut­lich höhere Lebens­er­war­tung als in länd­li­chen Regio­nen.

Natür­li­ches Alter

Ein Haus­sper­ling wird im Ideal­fall bis zu 27 Monate alt. In diesen Wert ist die Lebens­er­war­tung der Jung­tiere ausge­schlos­sen. Werden diese mit einbe­zo­gen, liegt die durch­schnitt­li­che Lebens­dauer nur noch bei 9 Mona­ten.

Natür­li­ches Futter des Haus­sper­lings

Spat­zen ernäh­ren sich vor allem von Getrei­de­kör­nern und wirbel­lo­sen Insek­ten wie Raupen. Beson­ders beliebt sind Gerste, Weizen und Hafer bei den Haus­sper­lin­gen, die in länd­li­chen Regio­nen leben. In der Stadt sind die Vögel weni­ger wähle­risch und nehmen auch Spei­se­ab­fälle der Menschen gerne an. Dies kennt wohl jeder, der gerne einmal drau­ßen früh­stückt. Hier kommt der Vogel sehr nah und bedient sich gerne einmal an den Krümeln.

Eine passende Futter­stelle für den Spatz einrich­ten

Um den Haus­sper­ling in den Winter­mo­na­ten zu unter­stüt­zen, bietet sich ein Vogel­fut­ter­haus an, welches mit passen­dem Vogel­fut­ter befüllt wird. Das Haus sollte idea­ler­weise hängend sein, damit Boden­feinde dies nicht errei­chen können.

Spatzen an der Futterstelle