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Der Grün­fink (Grün­ling) – Steck­brief eines heimi­schen Vogels

Der Grün­fink (Cardue­lis chlo­ris) gehört zur Fami­lie der Finken und zur Unter­fa­mi­lie der Stieg­litz­ar­ti­gen. Diese klei­nen Finken verdan­ken ihren Namen ihrem gelb-grünen Feder­kleid. Man kennt sie daher auch unter dem Namen Grün­ling. Regio­nal wird der Grün­fink auch als Grün­hänf­ling oder Grün­hanf­ling bezeich­net, was sich sehr wahr­schein­lich von seiner Ernäh­rung ablei­tet.

Oftmals sind die tagak­ti­ven Grün­fin­ken in größe­ren Trupps (auch zusam­men mit Girlit­zen, Stieg­lit­zen und Hänf­lin­gen) anzu­tref­fen, die gemein­sam nach Säme­reien suchen.

Der Grün­fink gehört zu den häufi­gen Garten­be­su­chern und ist oft am Futter­haus anzu­tref­fen.

Merk­male und Ausse­hen des Grün­finks

Der Grün­fink hat eine Körper­länge von etwa 14 bis 16 cm und ist damit unge­fähr so groß wie der Haus­sper­ling. Er weist eine schlanke Gestalt mit kurzem Hals und dünnen Füßchen auf. Das Körper­ge­wicht des Grün­lings liegt bei etwa 32 g.

Das Männ­chen ist auf der Ober­seite grau-grün und auf der Unter­seite gelb-grün gefärbt. Der Bürzel weist ein helle­res grün auf. Hals, Nacken, Wangen und die Flügel­de­cken sind grau und die Flan­ken sind hell­grau gefärbt. Beson­ders auffal­lend sind die gelben Abzei­chen an den Flügeln und Schwanz­rän­dern.

Grünfink Männchen

Grün­fink Männ­chen

Das Weib­chen ist deut­lich matter, eher gräu­lich-grün gefärbt, mit bräun­li­chem Mantel und weni­ger gelben Federn an Flügeln und Schwanz­rän­dern.

Grünfink Weibchen

Grün­fink Weib­chen

Der kräf­tige Schna­bel der Grün­fin­ken ist blass­rosa bis elfen­bein­far­ben gefärbt .

Der kurze Ruf des Grün­finks klingt wie „gük“ oder „güp“ und wird oft schnell wieder­holt und ist fast tril­lernd. Bei seinem fleder­maus­ar­ti­gen Flug ist ein kenn­zeich­nen­des „dswä“ zu hören.

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Natür­li­cher Lebens­raum von Grün­fin­ken

Der Grün­fink ist in fast ganz Europa (außer in Island und in Skan­di­na­vien), Nord­afrika und West­asien verbrei­tet. In Uruguay, Argen­ti­nien, Austra­lien und Neusee­land gilt der Grün­fink als einge­bür­gert.

Der Grün­ling lebt bei uns haupt­säch­lich als Stand­vo­gel und als Teil­zie­her. Nur wenige Exem­plare ziehen im Winter nach Süden. Grün­fin­ken nord­öst­li­cher Herkunft über­win­tern bei uns oder ziehen durch in südli­chere Regio­nen. In Deutsch­land lässt sich der Grün­ling also ganz­jäh­rig beob­ach­ten.

Der kleine Fink ist gerne in dich­ten Hecken unter­wegs und besie­delt lichte Baum­be­stände, Wald­rän­der, große Gärten, Fried­höfe, Obst­plan­ta­gen und Land­schaf­ten an Fluss­ufern.

Gerade im Winter sieht man den Grün­fink oft an Futter­stel­len im Garten Säme­reien und Früchte naschen.

In freier Natur haben Grün­fin­ken eine durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung von etwa 5 Jahren. Obwohl viele junge Grün­linge schon früh Fress­fein­den zum Opfer fallen.

Natür­li­ches Futter des Grün­finks

Der Grün­fink gehört (wie alle Finken) zu den Körner­fres­sern. Er ernährt sich haupt­säch­lich von verschie­de­nen Säme­reien, Knos­pen, Blüten und Beeren. Hage­but­ten frisst der Grün­fink beson­ders gerne. Jung­vö­gel werden mit auch mit Insek­ten und einge­weich­ten Samen gefüt­tert.

Eine Futter­stelle für Grün­fin­ken im Garten schaf­fen

Wenn Sie eine Futter­stelle für Grün­fin­ken schaf­fen möch­ten, eignen sich ein frei stehen­des oder hängen­des Vogel­fut­ter­haus oder eine Futter­säule am besten. Das Futter­haus sollte an einem über­sicht­li­chen Ort im Garten aufge­stellt werden. Anschlei­chende Katzen und andere Feinde können so leich­ter wahr­ge­nom­men werden. Zum Verste­cken ist es gut, wenn in der direk­ten Umge­bung des Futter­hau­ses Büsche oder Bäume vorhan­den sind.

Falls in der Nähe des Vogel­fut­ter­hau­ses Glas­schei­ben sind, soll­ten Sie diese zum Schutz der Vögel bekle­ben, damit die Vögel nicht dage­gen flie­gen und sich dabei verlet­zen können.

Als geeig­ne­tes Vogel­fut­ter für Grün­fin­ken eige­nen sich verschie­de­nen Säme­reien wie Wild­vo­gel­mi­schun­gen mit Lein­sa­men und Hanf aber auch Beeren, Rosi­nen, Sonnen­blu­men­kerne und Erdnüsse.

Grünfink an der Futtersäule

Auch Meisen­knö­del und anders Fett­fut­ter wird von Grün­fin­ken gerne ange­nom­men. Hier­bei soll­ten Sie unbe­dingt darauf achten, dass Sie Futter ohne Plas­tik­netz verwen­den. Im Plas­tik­netz können sich die klei­nen Grün­linge sonst leicht verfan­gen und verlet­zen.

Paarung und Brut­ver­hal­ten des Grün­finks

Grün­fin­ken werden mit etwa einem Jahr geschlechts­reif und führen mono­game Brutehen. Die Balz der Grün­linge beginnt im Februar. Während der Balz kann man beob­ach­ten, dass das Männ­chen dem Weib­chen kleine Brut­ge­schenke wie Federn oder Samen macht.

In der Zeit von April bis Juni haben die Grün­fink­paare norma­ler­weise zwei Bruten (oder bis zu drei Bruten) mit jeweils 4 bis 6 Eiern. Die Eier sind weiß­lich gefärbt und weisen rot-bräun­li­che Flecken und Punkte auf.

Ihr napf­för­mi­ges Nest baut das Grün­fink­weib­chen in gerne frei (nicht in Höhlen oder Nischen) in Hecken, Gebüsch oder nied­rige Bäume. Es wird aus klei­nen Zwei­gen, Stän­geln, Halmen und Moos gebaut und mit feinen Wurzeln und Federn ausge­pols­tert.

Das etwa 12 bis 14-tägige Brüten über­nimmt das Weib­chen, genau wie den Nest­bau, alleine. Sie verlässt das Nest nur kurz zur Körper­hy­giene zum Trin­ken und zum Kotab­satz. Das Männ­chen über­nimmt während des Brütens die Nahrungs­ver­sor­gung des Weib­chens und bewacht und vertei­digt auch den das Nest und die Nest­um­ge­bung. Grün­fin­ken nisten in der Regel in klei­nen Kolo­nien aus bis zu sechs Paaren.

Nach dem Schlupf werden die Jung­vö­gel noch etwa 14-18 Tage im Nest mit Nahrung versorgt, bevor sie das Nest verlas­sen. Die Jung­vö­gel werden dann weiter­hin haut­säch­lich vom männ­li­chen Altvo­gel mit Futter versorgt, bis sie selbst­stän­dig werden und alleine auf Nahrungs­su­che gehen. Das Weib­chen beginnt während­des­sen meis­tens schon mit der nächs­ten Brut.

Für Grün­fin­ken ist es nicht hilf­reich Nist­käs­ten als Nist­hil­fen im Garten aufzu­hän­gen, da Grün­linge als Frei­brü­ter diese nicht nutzen.

Grünfink Steckbrief

Feinde und Gefah­ren für Grün­fin­ken

Der Grün­fink ist in Deutsch­land eine beson­ders geschützte Art. Auch wenn der Grün­fink als nicht gefähr­det gilt, ist der Bestand gerade in den letz­ten Jahren stark rück­läu­fig. Das soge­nannte Grün­finkster­ben, das seit 2009 vermehrt auftritt, wird wohl haupt­säch­lich durch Einzeller (Tricho­mo­nia­sis) ausge­löst. Diese Einzeller werden vor allem durch unsau­bere Futter­häu­ser und Trink­was­ser­quel­len über­tra­gen, weshalb eine gute Hygiene an der Vogel­tränke und am Futter­haus sehr wich­tig sind.

Wie auch andere heimi­sche Vögel leiden auch Grün­fin­ken an der zuneh­men­den Bebau­ung durch uns Menschen und die zuneh­mende indus­tri­elle Land­wirt­schaft (mit künst­li­chen Dünge­mit­teln und Pesti­zi­den). Beides sorgt für auch für Grün­finke zu immer weni­ger werden­den Lebens­räu­men und einem immer gerin­ger werden­den Nahrungs­an­ge­bot.

Zu den natür­li­chen Fein­den der klei­nen Finken gehö­ren unter ande­rem Elstern, Katzen, Sper­ber, Falken und Wiesel. Zusätz­lich haben die klei­nen Finken – wie alle ande­ren Vögel auch – neben den oben genann­ten Einzellern auch mit weite­ren Infek­ti­ons­krank­hei­ten, Para­si­ten, dem Wetter und dem Klima­wan­del zu kämp­fen.

Lebens­be­droh­lich kann für Grün­linge auch ein zu klei­nes Nahrungs­an­ge­bot, vor allem in der kalten Jahres­zeit sein. Daher ist es sinn­voll ein Vogel­fut­ter­haus mit geeig­ne­tem Futter für Grün­fin­ken im Garten aufzu­stel­len. Im heißen Sommer fehlt es den klei­nen Vögeln auch oft an Wasser. Hier können Sie die Vögel­chen durch das Aufstel­len von Vogel­trän­ken mit frischem Trink­was­ser unter­stüt­zen, das Sie täglich wech­seln soll­ten.