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Die Rauch­schwalbe – Steck­brief eines heimi­schen Vogels

Die Rauch­schwalbe (Hirundo rustica) wird oft auch als Haus­schwalbe oder Gabel­schwalbe bezeich­net und ist die bekann­teste heimi­sche Schwal­ben­art. Als Kultur­fol­ger ist sie beson­ders oft in länd­li­chen Gegen­den zu finden, wo sie mit Vorliebe in Stal­lun­gen, Scheu­nen und ande­ren Gebäu­den brütet.

Rauch­schwal­ben gelten als Anzei­ger für Wetter­um­schwünge: Wenn die Schwal­ben tief flie­gen, naht Regen oder Gewit­ter. Der Grund hier­für ist recht simpel – die Schwal­ben folgen einfach den Insek­ten (ihrer Nahrung). Diese halten sich bei nahen­dem Regen­wet­ter tief­druck­be­dingt näher am Boden auf als sonst.

Rauch­schwal­ben sind wahre Flug­künst­ler: Viele Vogel­freunde schauen ihnen im Sommer gern stun­den­lang bei ihren waghal­si­gen und flin­ken Flug­ma­nö­vern auf der Jagd nach Insek­ten zu.

Ausse­hen und Merk­male der Rauch­schwal­ben

Die Rauch­schwalbe ist ein klei­ner, etwa 19 bis 22 cm langer, schlan­ker Sing­vo­gel mit spitz zulau­fen­den Flügeln. Charak­te­ris­tisch ist der gega­belte Schwanz mit seinen bis zu 7 cm langen Schwanz­spie­ßen. Rauch­schwal­ben haben eine Flügel­spann­weite von 32 bis 34,5 cm und ein Gewicht von etwa 16 bis 24 g.

Rauchschwalbe

Beson­ders auffäl­lig ist die kasta­ni­en­braune Färbung an Kehle, Stirn und Kinn der Schwal­ben. Der Rücken der Rauch­schwal­ben ist blau-schwarz gefärbt und glänz metal­lisch. Die Unter­seite dieser hübschen Vögel ist weiß. Auf den Schwanz­fe­dern befin­den sich eben­falls weiße Flecken, die man beson­ders gut im Flug sehen kann.

Rauchschwalbe im Flug

Männ­li­che und weib­li­che Rauch­schwal­ben unter­schei­den sich im Ausse­hen kaum. Das Weib­chen hat ledig­lich etwas kürzere Schwanz­spit­zen als das Männ­chen.

Rauch­schwal­ben sind sehr geschickte Flie­ger. Bei ihren waghal­si­gen Flug­ma­nö­vern auf der Jagd nach Insek­ten, errei­chen sie Geschwin­dig­kei­ten von bis zu 80 km/h.

Neben den Rauch­schwal­ben kommen bei uns in Deutsch­land noch Mehl­schwal­ben und Ufer­schwal­ben vor, die den Rauch­schwal­ben in ihrem Ausse­hen ähneln. Auch der Mauer­seg­ler wird gerade im Flug oft für eine Schwalbe gehal­ten, obwohl er mit den Schwal­ben nicht näher verwandt ist. Mehr zur Unter­schei­dung dieser Vögel erfah­ren Sie im folgen­den Video:

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Natür­li­cher Lebens­raum der Rauch­schwalbe

Als Zugvo­gel verbringt die Rauschwalbe nur den Sommer in ihren Brut­ge­bie­ten in Europa, Nord­west­afrika und in eini­gen Teilen von Asien und Nord­ame­rika. Die euro­päi­schen Rauch­schwal­ben über­win­tern in Mittel- und Südame­rika. Die Asia­ti­schen Exem­plare verbrin­gen den Winter in der Regel in Indien oder im Iran.

Die Rauch­schwalbe ist bei uns norma­ler­weise von April bis Okto­ber in offe­nen Kultur­land­schaf­ten zu finden, wo es Bauern­höfe, Scheu­nen, Wiesen und Teiche gibt. Da Rauch­schwal­ben Flug­in­sek­ten aller Art fres­sen, sind sie in viele Stäl­len gern gese­hene Gäste. Am Vogel­fut­ter­haus im Garten sind Schwal­ben deshalb aber eher nicht anzu­tref­fen.

Als Kultur­fol­ger sind die Rauch­schwal­ben sehr von unse­rer Tole­ranz abhän­gig. Leider werden immer noch viele Nester der gefähr­de­ten Vögel von uns Menschen entfernt, aus Angst vor herun­ter­fal­len­dem Schmutz.

In freier Natur haben Rauch­schwal­ben eine Lebens­er­war­tung von etwa 8 Jahren. Leider fallen viele Schwal­ben schon viel früher (in einem Alter von bis zu einem Jahr) Fress­fein­den zum Opfer.

Paarung und Brut­ver­hal­ten der Rauch­schwalbe

Rauch­schwal­ben werden mit etwa zwei Jahren geschlechts­reif und führen in der Regel mono­game Part­ner­schaf­ten. In der Zeit von März bis Juli haben die Schwal­ben­paare in der Regel zwei bis maxi­mal drei Bruten mit jeweils 3 bis 6 weiß-braun gefleck­ten Eiern.

Ihr Nest hat die Form einer offe­nen Vier­tel­ku­gel. Gebaut wird das Nest der Rauch­schwal­ben aus Lehm und Erde, die die Vögel mit ihrem Spei­chel zusam­men­kle­ben. Als Verstär­kung werden zwischen die Lehm­klum­pen auch Gras­halme und Stroh einge­baut. Diese Nester werden entwe­der frei, weit oben an Wände geklebt oder auf Vorsprünge, Balken oder Simse aufge­setzt. Innen werden die Nester geglät­tet und mit Federn, Haaren und Pflan­zen­ma­te­rial weich ausge­pols­tert.

Rauchschwalbennest

Rauch­schwal­ben brüten entwe­der in Einzel­paa­ren oder bevor­zugt in klei­nen Kolo­nien an Haus­fas­sa­den von Bauern­hö­fen und in Stäl­len oder Scheu­nen. Die Brut­dauer beträgt 15 bis 18 Tage. Danach werden die Jung­vö­gel ca. 20 Tage im Nest mit Nahrung versorgt, bis die jungen Rauch­schwal­ben das Nest verlas­sen. Teil­weise helfen die älte­ren Jungen dann sogar bei der Aufzucht der nächs­ten Brut mit.

Rauch­schwal­ben haben eine hohe Nist­platz­treue. Rauch­schwal­ben­nes­ter dürfen deshalb nicht entfernt werden, sie stehen unter Schutz und werden von den Vögeln in der nächs­ten Brut­sai­son ausge­bes­sert und wieder verwen­det. In der Regel siedeln sich Jung­vö­gel für ihre erste Brut nur wenige Kilo­me­ter von ihrem Geburts­nest entfernt wieder an.

Nist­hil­fen für Rauch­schwal­ben

Für Rauch­schwal­ben gibt es spezi­elle Halb­scha­len als Nist­hil­fen, die in Stäl­len oder auch an Haus­fas­sa­den ange­bracht werden können, um die gefähr­de­ten Vögel zu unter­stüt­zen.

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Vorhan­dene Rauch­schwal­ben­nes­ter, die drohen herun­ter­zu­fal­len, können durch das Anbrin­gen von klei­nen Stütz­bret­tern abge­stützt werden und so vor dem Herun­ter­fal­len bewahrt werden.

Feinde und Gefah­ren für Rauch­schwal­ben

Rauch­schwal­ben gehö­ren in Deutsch­land zu den beson­ders geschütz­ten Arten. In vielen Bundes­län­dern stehen sie auch auf der Liste der gefähr­de­ten Arten. Der Bestand an Rauschwal­ben ist in den letz­ten Jahr­zehn­ten um über 50 % einge­bro­chen. Schuld daran trägt – wie auch bei den ande­ren heimi­schen Vögeln – vor allem der Mensch. Zuneh­mende Bebau­ung, die Versie­ge­lung offe­ner Flächen und die zuneh­mende indus­tri­elle Land­wirt­schaft mit dem Einsatz von künst­li­chen Dünge­mit­teln und Pesti­zi­den sorgt für schwin­den­den Lebens­raum und weni­ger verfüg­ba­res Futter für alle heimi­schen Vogel­ar­ten und auch für andere Tiere wie Igel, Eich­hörn­chen usw.

Als Insek­ten­fres­ser sind Schwal­ben beson­ders von diesem Nahrungs­man­gel betrof­fen.

Leider sind Schwal­ben bei Haus­be­sit­zern auch oft nicht will­kom­men und auch heute werden immer noch viele Schwal­ben­nes­ter ille­gal entfernt.

Zu den natür­li­chen Fein­den der Rauch­schwal­ben gehö­ren unter ande­rem Katzen, Greif­vö­gel und Wiesel. Zusätz­lich haben die klei­nen Schwal­ben – wie alle ande­ren heimi­schen Vögel auch – mit Para­si­ten, Infek­ti­ons­krank­hei­ten, dem Wetter und dem Klima­wan­del mit einher­ge­hen­der Trocken­heit zu kämp­fen.

Da Schwal­ben sich von Insek­ten ernäh­ren, die sie im Flug fangen, ist das Aufstel­len eines Vogel­fut­ter­hau­ses im Garten für sie keine Hilfe. Hier hilft nur eine insek­ten­freund­li­che Bepflan­zung Ihres Gartens.

An heißen Sommer­ta­gen fehlt es ihnen aller­dings auch oft an frischem Wasser. Hier können Sie die klei­nen Vögel durch das Aufstel­len von Vogel­trän­ken mit frischem Trink­was­ser unter­stüt­zen. Die klei­nen Schwal­ben und ihre Artge­nos­sen werden es ihnen danken.

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Natür­li­ches Futter der Rauch­schwal­ben

Rauschwal­ben ernäh­ren sich haupt­säch­lich von flie­gen­den Insek­ten, wie Mücken und Flie­gen. Diese erbeu­ten sie in der Regel im Flug. Die Insek­ten werden auch an die Jung­tiere verfüt­tert. Für die Aufzucht von vier bis sechs Jungen müssen die Rauch­schwal­ben unge­fähr 12.000 Insek­ten fangen und verfüt­tern!