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Die Saat­krähe – Steck­brief eines heimi­schen Vogels

Die Saat­krähe (Corvus frugi­le­gus) gehört zur Fami­lie der Raben­vö­gel und ist mit ande­ren Raben­vö­geln wie dem Kolk­ra­ben, der Dohle und der Raben­krähe verwandt. Mit der Raben­krähe wird sie dank ihres sehr ähnli­chen Ausse­hens oft verwech­selt. Raben­krä­hen sind sehr intel­li­gente und aktive Vögel.

Saat­krä­hen halten sich – wie ihr Name schon vermu­ten lässt – gerne auf Äckern und ausge­dehn­ten Wiesen­flä­chen auf, wo sie oft in großen Grup­pen nach Nahrung suchen. Auch in Parks und Gärten sind Saat­krä­hen anzu­tref­fen, wo sie gerne auch mal am Vogel­fut­ter­haus oder auch an auf dem Boden ausge­leg­ten Vogel­fut­ter naschen.

Merk­male und Ausse­hen der Saat­krähe

Die Saat­krähe hat eine Körper­länge von etwa 46 bis 47 cm und eine Flügel­spann­weite von etwa 98 cm. Ihr Körper­ge­wicht liegt bei rund 550 g. Das Gefie­der dieses großen Raben­vo­gels ist komplett schwarz gefärbt und glänzt in der Sonne leicht metal­lisch rötlich bis blau-violett. Sowohl die Augen, als auch die Beine der Saat­krähe sind dunkel gefärbt. Der Kopf der Saat­krähe ist spitz zulau­fend.

Saatkrähe Steckbrief

Das wich­tigste Erken­nungs­merk­mal der Saat­krähe ist ihre weiß bis gräu­li­che Schna­bel­ba­sis die mit „grin­di­ger“ Haut über­zo­gen ist und keine Federn aufweist. Diese Haut ist bei Jung­vö­geln aller­dings noch mit Federn bedeckt und daher nicht zu erken­nen. Ein weite­res Erken­nungs­merk­mal, das auch schon bei Jung­tie­ren sicht­bar ist, ist die rela­tiv lange und spitze Schna­bel­form der Saat­krähe. Unter dem Schna­bel befin­det sich bei der Saat­krähe (sowie auch wie bei der Raben­krähe) ein Kehl­sack, in dem Nahrung trans­por­tiert wird.

Männ­chen und Weib­chen sehen bei den Saat­krä­hen gleich als. Das Weib­chen ist etwas großer und schwe­rer als das Männ­chen.

Die Saat­krähe ist ein sehr ruffreu­di­ger Vogel. Ihr häufigs­ter Laut ist ein „Kah“ oder „Krah“, der je nach Situa­tion sehr varia­bel klin­gen kann.

Saat­krä­hen werden oft mit der sehr ähnlich ausse­hen­den Raben­krähe verwech­selt. In diesem Video sehen Sie, wie sie die beiden Raben­vö­gel am leich­tes­ten vonein­an­der unter­schei­den können:

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Natür­li­cher Lebens­raum der Saat­krähe

Die Saat­krähe ist in Europa weit verbrei­tet und fehlt nur in Nord­skan­di­na­vien, Island, der Südschweiz, in Teilen Öster­reichs und Italien. Nach Osten erstreckt sich ihr Verbrei­tungs­ge­biet bis weit nach Sibi­rien.

Saat­krä­hen leben bei uns haupt­säch­lich als Stand­vo­gel und als Teil­zie­her. In Deutsch­land lässt sich die Saat­krähe also ganz­jäh­rig beob­ach­ten.

Die Raben­vö­gel bewoh­nen vor allem Agrar­land­schaf­ten und Wiesen­flä­chen, aber auch Parks, Städte, Dörfer und lichte Wälder. Sie bevor­zu­gen hüge­lige, vom Menschen umge­wan­delte Kultur­land­schaf­ten und meiden Gebirge. Man trifft Saat­krä­hen meist in großen Grup­pen an. Auch gebrü­tet wird in großen Schwär­men. Die Brut­ko­lo­nien der Saat­krähe liegen meist in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zu mensch­li­chen Sied­lun­gen. Ihre lauten Rufe und der Vogel­kot werden hier häufig als störend empfun­den.

In freier Natur haben Saat­krä­hen eine durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung von nur rund 3,5 Jahren. Viele Saat­krä­hen ster­ben schon in ihrem ersten oder zwei­ten Lebens­jahr. Bei guten Lebens­be­din­gun­gen können sie aber sogar über 20 Jahre alt werden.

Natür­li­ches Futter der Saat­krähe

Saat­krä­hen gehö­ren zu den Alles­fres­sern und ernäh­ren sich unter ande­rem von Insek­ten, Säme­reien, Feld­früch­ten, Schne­cken und Regen­wür­mern. Auch Mäuse, Jung­vö­gel ande­rer Vogel­ar­ten und Gelege werden gele­gent­lich verspeist. In den Winter­mo­na­ten steht selten auch Aas auf dem Spei­se­plan der Saat­krä­hen. Bei der Nahrungs­su­che kommt ihr spit­zer Scha­bel als Univer­sal­werk­zeug zum Einsatz: Er wird viel­fäl­tig zum Hacken, Gaben, Stochern und Sondie­ren genutzt.

Eine Futter­stelle für Saat­krä­hen im Garten schaf­fen

Wenn Sie die intel­li­gen­ten Saat­krä­hen in Ihren Garten locken möch­ten, können Sie eine Futter­stelle schaf­fen. Sie können entwe­der ein großes frei stehen­des oder hängen­des Vogel­fut­ter­haus verwen­den oder das Futter auf dem Boden anbie­ten. Bei der Fütte­rung auf dem Boden, soll­ten Sie darauf achten, dass das Futter immer schnell leer gefres­sen wird, damit keine Ratten und ande­ren Nage­tiere ange­lockt werden.

Ein Futter­haus sollte an einem über­sicht­li­chen Ort im Garten aufge­stellt werden. Anschlei­chende Katzen und andere Feinde können so leich­ter wahr­ge­nom­men werden.

Falls in der Nähe des Vogel­fut­ter­hau­ses Glas­schei­ben sind, soll­ten Sie diese zum Schutz der Vögel bekle­ben, damit die Vögel nicht dage­gen flie­gen und sich dabei verlet­zen können.

Als Vogel­fut­ter für Saat­krä­hen eige­nen sich verschie­de­nen Säme­reien, Beeren und ande­res frisches Obst, Rosi­nen, geknackte Walnüsse, Mais­bruch und Erdnüsse.

Auch gekochte Eier (mit Schale), Hühner­her­zen, Meisen­knö­del und anders Fett­fut­ter wird von Saat­krä­hen gerne ange­nom­men. Hier­bei soll­ten Sie unbe­dingt darauf achten, dass Sie Vogel­fut­ter ohne Plas­tik­netz verwen­den. Im Plas­tik­netz können sich die Vögel sonst leicht verfan­gen und verlet­zen.

Saatkrähe

Paarung und Brut­ver­hal­ten der Saat­krä­hen

Saat­krä­hen werden erst mit Ende des zwei­ten Lebens­jah­res geschlechts­reif und führen mono­game Dauer­ehen. Gebrü­tet wird in großen Kolo­nien, die einige hundert Paare umfas­sen können.

Mitte März begin­nen die Saat­krä­hen­paare mit dem Nest­bau für ihre Jahres­brut. Das Nest wird von beiden Part­nern in Baum­kro­nen oder in hohen Büschen gebaut. Als Bauma­te­rial dienen den Krähen Zweige, Moos, Gras und Reisig. Mate­ri­al­dieb­stahl inner­halb der eige­nen Kolo­nie, aber auch zwischen Vögeln  verschie­de­ner Kolo­nien ist bei Saat­krä­hen sehr häufig.

In der Zeit von März bis Juni haben die Saat­krä­hen­paare eine Brut mit 3 bis 6, manch­mal auch bis zu 9 grau-grünen, gespren­kel­ten Eiern. Eine zweite oder dritte Brut pro Jahr findet nur in Ausnah­me­fäl­len z. B. bei Gele­ge­ver­lust statt.

Das etwa 16 bis 19-tägige Brüten über­nimmt das Weib­chen. Das Männ­chen über­nimmt während des Brütens die Nahrungs­ver­sor­gung des Weib­chens.

Nach dem Schlupf werden die Jung­vö­gel etwa einen Monat im Nest mit Nahrung versorgt, bevor sie das Nest verlas­sen. Die Jung­vö­gel werden außer­halb des Nestes dann noch eine kurze Zeit weiter von den Altvö­geln mit Futter versorgt, bis sie selbst­stän­dig werden und alleine, bzw. in Jugend­trupps gemein­sam auf Nahrungs­su­che gehen.

Für Saat­krä­hen ist es nicht hilf­reich Nist­käs­ten als Nist­hil­fen im Garten aufzu­hän­gen, da sie diese als Frei­brü­ter nicht nutzen.

Feinde und Gefah­ren für Saat­krä­hen

Die Saat­krähe ist in eini­gen Bundes­län­dern in Deutsch­land auf der roten Liste. Wie auch andere heimi­sche Vögel leiden auch sie unter der zuneh­men­den Bebau­ung durch uns Menschen und die zuneh­mende indus­tri­elle Land­wirt­schaft (mit künst­li­chen Dünge­mit­teln und Pesti­zi­den). Beides sorgt für immer weni­ger werdende Lebens­räume für unsere heimi­sche Vogel­welt und einem immer gerin­ger werden­den Nahrungs­an­ge­bot.

Ein großes Problem bei Saat­krä­hen ist auch die gezielte Verfol­gung durch den Menschen zum Beispiel durch Abschuss, Vergif­tung, Zerstö­rung von Nestern und Gele­gen etc.

Zu den natür­li­chen Fein­den der Saat­krähe gehö­ren unter ande­rem Katzen, Greif­vö­gel, Wiesel, Wasch­bä­ren und Marder. Zusätz­lich haben die Krähen – wie alle ande­ren wilden Vögel auch – auch mit Infek­ti­ons­krank­hei­ten, Para­si­ten, dem Wetter und dem Klima­wan­del zu kämp­fen.

Lebens­be­droh­lich kann für Saat­krä­hen auch ein zu klei­nes Nahrungs­an­ge­bot in der kalten Jahres­zeit sein. Daher ist es sinn­voll Futter für Saat­krä­hen im Garten zur Verfü­gung zustel­len. Im heißen Sommer fehlt es den Vögeln auch oft an frischem Wasser. Hier können Sie die Vögel durch das Aufstel­len von Vogel­trän­ken mit frischem Trink­was­ser unter­stüt­zen, das Sie aus hygie­ni­schen Grün­den täglich wech­seln soll­ten.