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Der Gimpel / Dompfaff – Steck­brief eines heimi­schen Vogels

Wirft man einen Blick auf die Brust des Vogels, könnte man zunächst meinen, dass es sich um ein Rotkehl­chen handelt. Doch bei genaue­rem Hinse­hen bemerkt man schnell, dass man es mit dem auch Gimpel genann­ten Dompfaff zu tun hat. Der schwarze Kopf, sein stahl­grauer Rücken und sein leuch­tend weißer Bürzel sind unver­kenn­bar und zeich­nen optisch diese Vogel­art aus.

Auch wenn der Dompfaff aktu­ell nicht zur den bedroh­ten Tier­ar­ten gehört, ist er wie nahezu jede andere heimi­sche Vogel­art, auch in manchen Fällen auf die Hilfe von uns Menschen ange­wie­sen. Etwa wenn es um das Ange­bot an artge­rech­ten Nist­plät­zen geht.

Im Folgen­den haben wir Ihnen die wich­tigs­ten Infor­ma­tio­nen zu Dompfaf­fen zusam­men­ge­stellt. Wir erklä­ren Ihnen, welche Unter­schiede es zu ande­ren ähnlich ausse­hen­den Vögeln gibt, wie sich der Gesang der Vogel­art auszeich­net und inwie­fern sich der Gimpel für die Haltung als Haus­tier eignet.

Gimpel Männchen

Der Gimpel, Dompfaff oder Pyrrhula pyrrhula

Der Gimpel, der auch als Dompfaff bezeich­net wird, gehört zur Fami­lie der Finken. Die Vogel­art ist sowohl in vielen Teilen Euro­pas heimisch, als auch zahl­rei­chen asia­ti­schen Regio­nen.

Während der offi­zi­elle Name des Vogels Gimpel lautet, wurde die Bezeich­nung Dompfaff hinge­gen eher vom Volks­mund geprägt. Die Vogel­art hat ihren Namen vermut­lich damals bekom­men, weil man einst Verglei­che mit der Kirche und den höhe­ren kirch­li­chen Würden­trä­gern zog. So klei­de­ten Domher­ren sich einst mit einer violet­ten oder roten Soutane (Gewand). Weil ein Pries­ter früher auch Pfaffe hieß, ergab sich für die Bevöl­ke­rung die etwas abfäl­lig gemeinte Bezeich­nung des Dompfaf­fen. Da der Gimpel mit seinen domi­nie­ren­den Farben Schwarz und Violett optisch stark den dama­li­gen Pries­tern ähnelt, hat dies vermut­lich dazu geführt, dass aus dem Gimpel der Dompfaff wurde.

Doch die beiden Namen sind nicht die einzige Beson­der­heit dieser wunder­schö­nen Vogel­ga­t­tung. Auch die weite­ren Aspekte machen ihn zu einer ganz beson­de­ren heimi­schen Vogel­art:

Äußere Merk­male des Dompfaf­fen

Der Gimpel (Dompfaff) ist eine rund 13 Zenti­me­ter große Vogel­art, die ein charak­te­ris­ti­sches Ausse­hen besitzt und damit unver­kenn­bar ist. Das Gefie­der der Tiere ist geschlechts­spe­zi­fisch und unter­schei­det sich damit bei Männ­chen und Weib­chen. Während das Dompfaf­fen-Weib­chen eine grau-braune Brust und einen grauen Rücken besitzt, ist das Gimpel-Männ­chen gut durch die knall­rote Brust und die schwarze Kappe zu erken­nen. Der Dompfaff ist mit einem kurzen, auffäl­lig schwar­zen, dicken Schna­bel ausge­stat­tet, der ihm eben­falls ein beson­ders charak­te­ris­ti­sches Ausse­hen verleiht.

Dompfaff Weibchen und Männchen

Dompfaff Männ­chen (links) und Weib­chen (rechts)

Der Gesang der Dompfaf­fen

Dompfaf­fen entpup­pen sich nicht als große Sänger. Aller­dings kann man sie sowohl an ihrem sich stän­dig wieder­ho­len­den „Bit-bit“ gut erken­nen, als auch an dem weichen „djü“, was häufig als Lock­ruf für die Artge­nos­sen einge­setzt wird. Der Gesang der Dompfaf­fen, der leise und mit einem Schwanz­zu­cken vorge­tra­gen wird, besteht in erster Linie aus knar­ren­den, pfei­fen­den und kräch­zen­den Lauten.

Das Gimpel-Weib­chen steht dabei dem Gesang des Männ­chens nur von Septem­ber bis Ende Februar in nichts nach. Die weib­li­chen Tiere stel­len jedoch zu Beginn der Paarungs­zeit ihren Gesang ein.

Anders als bei den meis­ten ande­ren Vogel­ar­ten dient der Gesang dem Gimpel nicht für die Revier­mar­kie­rung. Der Dompfaff beschränkt sein „Revier“ ohne­hin auf den engen Nest­be­reich, sodass er keine Umge­bung als die seine kenn­zeich­nen muss.

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Natür­li­cher Lebens­raum des Gimpels

Der Gimpel kommt in vielen Teilen Asiens und Europa vor. Das Verbrei­tungs­ge­biet dieser Vogel­art reicht von Europa bis Ost- und Vorder­asien, einschließ­lich Sibi­rien bis nach Japan. Dabei ist der Dompfaff bei der Wahl seiner Umge­bung kaum wähle­risch, denn er fühlt sich sowohl in bergi­gen Gegen­den äußerst wohl, als auch im Flach­land. Ein schö­ner Nadel­wald, der über­wie­gend aus Fich­ten besteht, oder einen mit Unter­holz durch­setz­ten Misch­wald sollte aller­dings in der unmit­tel­ba­ren Umge­bung vorhan­den sein. Die anpas­sungs­fä­hi­gen Stand­vö­gel findet man zudem auch oft an Schnei­sen und Rändern von Lich­tun­gen, sowie in Gärten oder Park­an­la­gen.

Paarung und Brut­ver­hal­ten der Dompfaf­fen

Der Dompfaff erreicht seine Geschlechts­reife mit dem ersten Lebens­jahr. Der Vogel führt anschlie­ßend eine mono­game Brutehe, was bedeu­tet, dass er seinem Weib­chen zumin­dest bis zum Ende der Aufzucht der Jung­tiere treu bleibt. Da sich Dompfaf­fen bereits schon vor dem ersten Winter­ein­bruch einen geeig­ne­ten Part­ner aussu­chen, die Brut­zeit aber erst Ende April beginnt, gehen viele Exper­ten sogar davon aus, dass diese Vögel ein Leben lang zusam­men­hal­ten. Die endgül­ti­gen Beweise für diese These müssen aller­dings erst noch erbracht werden. Gimpel haben in der Regel zwei Mal Nach­wuchs pro Jahr. Ein Gelege umfasst vier bis sechs Eier, die das Weib­chen etwa 14 Tage lang alleine bebrü­tet. Die Nest­ho­cker werden etwa 17 Tage vom Männ­chen und Weib­chen gefüt­tert, bevor sie das Nest verlas­sen.

Dompfaffen Pärchen

Dompfaff: Feinde und Gefah­ren

Für den Gimpel lauern über­all Feinde und Gefah­ren. Dabei handelt es sich sowohl um andere Tiere wie den Herme­lin, Katzen, Elstern, Krähen und Sper­ber, als auch um den Mensch. Zahl­rei­che Gimpel müssen durch natür­li­che Fress­feinde ster­ben, bevor sie das erste Lebens­jahr voll­endet haben.
Zudem landen die Vögel heute leider noch immer in vielen Ländern dieser Erde auf den Tellern der Menschen. Auch der Gimpel ist in eini­gen Regio­nen eine beson­dere Deli­ka­tesse und wird deshalb spezi­ell für die Nahrung gefan­gen oder gezüch­tet. Hier­zu­lande ist der Dompfaff aller­dings eine Vogel­art, die unter beson­de­rem Schutz steht.

Lebens­er­war­tung der Dompfaf­fen

Die Lebens­er­war­tung der Dompfaf­fen beträgt bei frei­le­ben­den Tieren maxi­mal etwa sechs bis acht Jahre. Da die Vogel­art jedoch mit vielen natür­li­chen Fress­fein­den zu kämp­fen hat, errei­chen die meis­ten Tiere im Durch­schnitt nur etwa das dritte Lebens­jahr. In Gefan­gen­schaft können Dompfaf­fen bei artge­rech­ter Haltung nicht selten bis zu 17 Jahren alt werden.

Natür­li­ches Futter des Gimpels

Über­all dort, wo ein viel­fäl­ti­ges Beeren- und Samen­an­ge­bot zur Verfü­gung steht, fühlen sich Dompfaf­fen beson­ders wohl. Aller­dings geht es dem Vogel als Körner­fres­ser weni­ger um die Früchte an sich, sondern viel­mehr um die darin befind­li­chen Samen­kör­ner. Deshalb schält der Gimpel das Frucht­fleisch der Beeren und lässt es anschlie­ßend unbe­ach­tet zurück. Auch zahl­rei­che Samen werden von ihm geschält, wie etwa Sonnen­blu­men­kerne. Darüber hinaus lässt dich der Dompfaff hin und wieder auch gerne mal Insek­ten schme­cken.

Während sich der Gimpel im Früh­jahr vor allem von frischen Baum- und Strauch­knos­pen ernährt, die er mit seinem star­ken Schna­bel locker zerlegt, geht der Dompfaff im Herbst dann gerne auch auf Samen von Kräu­tern und Stau­den über. Er ernährt sich zudem im Winter über­wie­gend von Vogel­bee­ren. Auch hängen­ge­blie­bene Brom­bee­ren sind in den kalten Winter­mo­na­ten eine bevor­zugte Speise der Dompfaf­fen.

Dompfaff Weibchen

Unter­schied zu ande­ren ähnlich ausse­hen­den Vögeln

Durch die rote Gefie­der­farbe an der Brust werden männ­li­che Dompfaf­fen in eini­gen Fällen mit Rotkehl­chen verwech­selt. Das Rotkehl­chen ist jedoch nicht nur klei­ner als der Gimpel, sondern es besitzt auch einen deut­lich dünne­ren Schna­bel. Zudem hat es eine orange-rote Kehle und ist nicht über den gesam­ten Bauch rot gefärbt. Beim Rotkehl­chen gibt es zudem keine geschlechts­spe­zi­fi­schen Unter­schiede beim Ausse­hen, sodass Männ­chen und Weib­chen das glei­che Gefie­der aufwei­sen.

Gimpel als Haus­tier

Im frühen 19. Jahr­hun­dert wurde der Gimpel noch verbrei­tet als Käfig­vo­gel gehal­ten. Oft wurden den Tieren von den Besit­zern verschie­dene Melo­dien beigebracht. Aller­dings soll­ten Sie hier­bei wissen, dass der Gesang dem Dompfaff keines­wegs ange­bo­ren ist. Die Jung­tiere lernen ihren Gesang von den Eltern­vö­geln. In Gefan­gen­schaft imitier­ten die Vögel dann die Melo­dien des Besit­zers. Dafür wurden die Jung­vö­gel in den meis­ten Fällen direkt aus dem elter­li­chen Nest geholt, was heut­zu­tage glück­li­cher­weise durch das Bundes­na­tur­schutz­ge­setz verbo­ten ist. Es soll einst „Wald­vo­gel­hal­ter“ gege­ben haben, die dem Gimpel sogar ganze Musik­stü­cke vorspie­len konn­ten und sogar Wett­be­werbe wurden nicht selten mit den Tieren ausge­tra­gen. Dabei wurde der Gesang der Dompfaf­fen mitein­an­der vergli­chen.

Heute gehört der Gimpel zu einer beson­ders geschütz­ten Art: Das Fangen wilder Dompfaf­fen ist gesetz­lich verbo­ten und kann schwere Stra­fen nach sich ziehen. Der Gimpel ist eine nach dem Bundes­na­tur­schutz­ge­setz (BNatSchG) geschützte Vogel­art, sodass auch eine Haltung in Volie­ren nur unter stren­gen Voraus­set­zun­gen des § 7 der Bundes­ar­ten­schutz­veror­dung statt­fin­den darf.