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Die Schwanz­meise – Steck­brief eines heimi­schen Vogels

Die Schwanz­meise (Aegit­ha­los cauda­tus) ist ein klei­ner Sper­lings­vo­gel und gehört zur Fami­lie der Schwanz­mei­sen (Aegitha­li­dae).

Obwohl die Schwanz­meise nament­lich als Meise bezeich­net wird, ist sie mit den echten Meisen (wie den Blau­mei­sen, Kohl­mei­sen und den ande­ren in Deutsch­land heimi­schen Meisen­ar­ten) nicht näher verwandt.

Die klei­nen rund­li­chen Schwanz­mei­sen verdan­ken ihren Namen ihrem langen Schwanz, der ihnen hilft sich beim Klet­tern und Hangeln an feinen Ästen auszu­ba­lan­cie­ren. Sie werden daher auch Lang­schwanz­mei­sen genannt.

Die Schwanz­meise ist ein klei­ner, sehr lebhaf­ter Vogel, der stän­dig in Bewe­gung ist und nie lange an einem Ort verweilt. Außer­halb der Brut­zeit ist sie oft in klei­ne­ren Trupps anzu­tref­fen, die sich auch gerne mal gemein­sam über ange­bo­te­nes Futter im Garten herma­chen.

Ausse­hen und Merk­male der Schwanz­meise

Die Schwanz­meise hat eine Gesamt­länge von etwa 13 bis 16 cm, wovon etwa 6 bis 10 cm auf ihren langen Schwanz entfal­len. Sie hat einen rund­li­chen Körper, eine Flügel­spann­weite von etwa 12 cm und ein Körper­ge­wicht von nur rund 8 bis 10 g.

Die Schwanz­fe­dern der Schwanz­meise sind schwarz gefärbt mit weißen Kanten. Der Rücken der klei­nen Vögel ist dunkel gefärbt. Die Schul­ter­fe­dern sind rosa und an den Flan­ken weist die Schwanz­meise eben­falls rosa-bräun­li­che Färbun­gen auf. An der Unter­seite ist sie hell gefärbt. Das Augen­lied der Schwanz­meise ist auffäl­lig gelb gefärbt.

Es gibt 4 verschie­dene Unter­ar­ten der Schwanz­mei­sen, die sich unter ande­rem anhand ihrer Kopf­zeich­nun­gen unter­schei­den lassen:

  • Typ EE / Unter­art euro­paeus (Stan­dard­form): Schwarz­ge­zeich­ne­ter / gestreif­ter Kopf
  • Typ EC / Unter­art­va­ri­ante euro­paeus-ähnli­che Vögel: Eben­falls schwarz­ge­zeich­ne­ter Kopf aber mit höhe­rem Weiß­an­teil
  • Typ CE / Unter­art­va­ri­ante cauda­tus-ähnli­che Vögel: Weiß­li­cher Kopf mit einzel­nen dunk­len Einspreng­seln
  • Typ CC / Unter­art cauda­tus: Rein­wei­ßer Kopf mit schar­fer Abgren­zung zum schwar­zen Nacken­be­reich, kein Brust­band

In Deutsch­land ist vor allem die Stan­dart­form (Unter­art euro­paeus) weit verbrei­tet, aber auch die Unter­art cauda­tus lässt sich durch Zuzug aus Nord- und Osteu­ropa im Spät­herbst bei uns beob­ach­ten.

Schwanzmeise

Schwanz­meise Typ EE: Unter­art euro­paeus

Schwanz­meise Typ CC: Unter­art cauda­tus (Foto­graf: Jerzy Strzelecki, Lizenz: CC BY 3.0)

Schwanz­mei­sen haben ein ausge­präg­tes Sozi­al­ver­hal­ten. Außer­halb der Brut­zeit leben Sie in klei­nen Schwär­men von bis zu 30 Exem­pla­ren. Die klei­nen Schwanz­mei­sen zeigen einen star­ken Zusam­men­halt und bean­spru­chen ein bestimm­tes Terri­to­rium, dessen Gren­zen durch natür­li­che Struk­tu­ren wie Wald­rän­der oder Stra­ßen gesetzt werden. Dieses Terri­to­rium wird auch das gegen andere Schwärme vertei­digt.

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Natür­li­cher Lebens­raum der Schwanz­meise

Die Schwanz­meise ist in der gemä­ßig­ten Klima­zone (teil­weise sogar bis in die boreale und subtro­pi­sche Zone hinein) welt­weit weit verbrei­tet. In Europa ist sie nur auf Island, im nörd­li­chen Fenno­skan­di­na­vien, Teilen Schott­lands, auf den Balea­ren, Sardi­nien und Kreta nicht zu finden.

In West- und Mittel­eu­ropa ist die Schwanz­meise ein Stand­vo­gel (oder Strich­vo­gel). Bei uns lässt sie sich also das ganze Jahr über beob­ach­ten. Schwärme aus Nord- und Osteu­ropa ziehen im Herbst teil­weise inva­si­ons­ar­tig nach Mittel­eu­ropa.

Schwanz­mei­sen leben in boden­feuch­ten und unter­holz­rei­chen Laub- und Misch­wäl­dern mit struk­tu­rier­ten aber auch offe­nen Flächen. Auch Parks, Fried­höfe oder Gärten mit dich­ten Büschen und Hecken­land­schaf­ten in Gewäs­ser­nähe werden gerne bewohnt. Einför­mige und geschlos­sene Forste und reine Nadel­wald­ge­biete meidet die Schwanz­meise.

Gerade im Winter, wenn es weni­ger Futter­in­sek­ten gibt, sieht man Schwanz­mei­sen auch oft an Futter­stel­len im Garten.

In freier Natur haben Schwanz­mei­sen eine durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung von etwa 5 Jahren, obwohl viele Schwanz­mei­sen schon viel früher Fress­fein­den zum Opfer fallen.

Schwanzmeise Langschwanzmeise

Paarung und Brut­ver­hal­ten der Schwanz­meise

Schwanz­mei­sen errei­chen die Geschlechts­reife mit etwa einem Jahr und führen mono­game Brutehen. Die Balz der Schwanz­mei­sen beginnt zwischen Januar und März. In dieser Zeit setzen sich die Paare vom Schwarm ab und bilden ein eige­nes Brut­re­vier, dass sie dann auch gegen ihre Artge­nos­sen vertei­di­gen.

In der Zeit von April bis Juni haben die Schwanz­mei­sen­paare eine Brut mit 8 bis 12, manch­mal sogar bis zu 16 Eiern. Die Eier sind weiß bis gelb­lich gefärbt und weisen zarte gelb-braune oder graue Spren­kel auf.

Ihr Nest bauen die Schwanz­mei­sen gerne frei (nicht in Höhlen oder Nischen) in etwa 1,5 bis 6 m Höhe in ranken­den Pflan­zen, Hecken, Büschen, Gestrüpp, in Reisig­hau­fen oder in selte­nen Fällen sogar am Boden. Künst­li­che Nist­hil­fen wie Nist­käs­ten werden nur in ganz selte­nen Ausnah­me­fäl­len ange­nom­men.

Das Nest der Schwanz­mei­sen ist ein beein­dru­cken­des Kunst­werk an dem das Pärchen etwa einen Monat lang gemein­sam baut. Das Schwanz­mei­sen­nest ist ein kompak­ter geschlos­ser­ter ovaler Bau mit einer Öffnung, die norma­ler­weise zur Sonnen­seite hin ausge­rich­tet ist. In der Regel ist das Nest etwa 11 bis 25 cm hoch und hat einen Durch­mes­ser von etwa 9 bis 18 cm. Die Wände des dick­wan­di­gen Nestes sind zwischen 1 bis 3 cm stark. Gebaut wird das Nest aus Moos, Flech­ten, Spinn­we­ben, feinen Halmen und sons­ti­gen Pflan­zen­fa­sern, die von den Vögeln fein mitein­an­der verfloch­ten werden. Gepols­tert wird das Nest in der Regel groß­zü­gig mit Federn.

In diesem Video können Sie einen kurzen Teil des Nest­baus der Schwanz­meise beob­ach­ten:

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Das etwa 12 bis 18-tägige Brüten über­nimmt das Weib­chen alleine. Die weib­li­che Schwanz­meise verlässt das Nest immer nur sehr kurz zum Trin­ken und zum Kotab­satz. Das Männ­chen über­nimmt während des Brütens die Nahrungs­ver­sor­gung des Weib­chens und bewacht und vertei­digt auch den Brut­baum und das Nest gegen Artge­nos­sen.

Nach dem Schlupf werden die Jung­vö­gel noch etwa 14 bis 18 Tage im Nest mit Nahrung versorgt, bevor sie das Nest verlas­sen. Bei der Versor­gung der Jung­tiere helfen teil­weise auch mit dem Männ­chen verwandte Artge­nos­sen mit, bei denen die eigene Brut nicht geklappt hat. Die Jung­vö­gel werden dann etwa 14 weitere Tage von ihren Eltern und deren Helfern mit Futter versorgt, bis sie mit etwa 28 bis 34 Tagen selbst­stän­dig werden und alleine auf Nahrungs­su­che gehen.

Für Schwanz­mei­sen ist es nicht hilf­reich Nist­käs­ten als Nist­hil­fen im Garten aufzu­hän­gen, da sie diese in der Regel nicht nutzen.

Feinde und Gefah­ren für Schwanz­mei­sen

Die Schwanz­meise ist in Deutsch­land eine beson­ders geschützte Art. Aktu­ell gilt die Schwanz­meise als nicht gefähr­det und der Bestand als stabil. Dennoch macht auch den Schwanz­mei­sen, wie allen heimi­schen Vögeln, die zuneh­mende Bebau­ung und die zuneh­mende indus­tri­elle Land­wirt­schaft mit dem Einsatz von künst­li­chen Dünge­mit­teln und Pesti­zi­den zu schaf­fen, da diese zu schwin­den­den Lebens­räu­men und abneh­men­den Insek­ten­be­stän­den führt.

Wie viele Sing­vö­gel, werden auch Schwanz­mei­sen immer noch in großen Zahlen mit Netzen gefan­gen und landen in vielen Ländern als beson­dere Deli­ka­tesse auf dem Teller.

Zu den natür­li­chen Fein­den der Schwanz­mei­sen gehö­ren unter ande­rem Elstern, Katzen, Greif­vö­gel und Wiesel. Zusätz­lich haben die klei­nen Lang­schwanz­mei­sen – wie alle ande­ren Vögel auch – mit Infek­ti­ons­krank­hei­ten, Para­si­ten, dem Wetter und dem Klima­wan­del zu kämp­fen.

Lebens­be­droh­lich kann für Schwanz­mei­sen auch ein zu klei­nes Nahrungs­an­ge­bot gerade in der kalten Jahres­zeit sein. Daher ist es sinn­voll ein Vogel­fut­ter­haus im Garten aufzu­stel­len.

In der heißen Jahres­zeit fehlt es den klei­nen Schwanz­mei­sen außer­dem oft an Wasser. Hier können Sie die Vögel durch das Aufstel­len von Vogel­trän­ken mit frischem Trink­was­ser in ihrem Garten unter­stüt­zen. Wich­tig ist, dass das Wasser regel­mä­ßig gewech­selt und die Trink­stelle gerei­nigt wird, damit sich keine Krank­hei­ten unter den Besu­chern der Wasser­stelle verbrei­ten können.

Natür­li­ches Futter der Schwanz­mei­sen

Schwanz­mei­sen ernäh­ren sich haupt­säch­lich von Insek­ten und deren Larven, die meist beim geschick­ten Entlang­klet­tern an Ästen und Sträu­chern erbeu­tet werden. Am häufigs­ten fres­sen sie Käfer Schmet­ter­lings­rau­pen und Blatt­läuse. Gerade in der kalten Jahres­zeit stehen aber auch Samen, Knos­pen und kleine Beeren auf dem Spei­se­plan der klei­nen Klet­ter­künst­ler.

Eine Futter­stelle für Schwanz­mei­sen im Garten schaf­fen

Für Schwanz­mei­sen eignen sich frei stehende oder hängende Vogel­fut­ter­häu­ser oder eine Futter­säule am besten. Das Vogel­haus wird opti­ma­ler­weise an einem über­sicht­li­chen Ort im Garten aufge­stellt. So können die Schwanz­mei­sen anschlei­chende Katzen oder auch andere Feinde leich­ter wahr­neh­men und sich recht­zei­tig zurück­zie­hen. Als Versteck vor Fein­den eignen sich in der Umge­bung des Futter­hau­ses stehende Büsche oder Bäume sehr gut.

Falls in der Nähe des Vogel­fut­ter­hau­ses Glas­schei­ben sind, sollte man diese bekle­ben, damit die Schwanz­mei­sen, aber auch andere Vögel nicht ausver­se­hen dage­gen flie­gen und sich dabei verlet­zen.

Als geeig­ne­tes Vogel­fut­ter für Schwanz­mei­sen eige­nen sich verschie­dene Wild­vo­gel­mi­schun­gen aber auch Sonnen­blu­men­kerne und Hafer­flo­cken.

Auch Fett­fut­ter, zum Beispiel in Form von Meisen­knö­deln wird von Schwanz­mei­sen gerne ange­nom­men. Hier­bei soll­ten Sie unbe­dingt darauf achten, dass Sie Fett­fut­ter ohne Plas­tik­netz verwen­den. Im Plas­tik­netz können sich die Vögel ansons­ten leicht verfan­gen und verlet­zen.