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Die Klap­per­gras­mü­cke: Steck­brief eines heimi­schen Vogels

Ein klei­ner Vogel mit großer Stimme! So könnte man die Klap­per­gras­mü­cke (Sylvia curruca) – auch Zaungras­mü­cke genannt – beschrei­ben. Ihren Namen verdankt sie ihrer Stimme und ihrem einem rhyth­mi­schen Geklap­per, weshalb die Klap­per­gras­mü­cke auch umgangs­sprach­lich „Müller­chen“ genannt wird. Kate­go­risch wird der kleine Sing­vo­gel in die Sper­lings­fa­mi­lie einge­ord­net. Zur Fami­lie der Garten­gras­mü­cken gehö­ren neben der Klap­per­gras­mü­cke auch ihre Verwand­ten, die Garten­gras­mü­cke, Dorn­gras­mü­cke und die Mönchs­gras­mü­cke, die eben­falls in unse­ren Gärten anzu­tref­fen sind.

Der putzige Vogel ist in vielen Teilen Europa anzu­tref­fen. Beispiels­weise in Groß­bri­tan­nien, Südskan­di­na­vien oder Ostsi­bi­rien sind viele Klap­per­gras­mü­cken ange­sie­delt. In der Regel gestal­tet sich die Sich­tung als schwie­ri­ges Unter­fan­gen, da sich die Klap­per­gras­mü­cke, trotz Anpas­sung an die Zivi­li­sa­tion, lieber versteckt hält. Achten Sie deshalb auf ihren Klap­per­gras­mü­cken-Ruf und ihr „Geklap­per“. Die Popu­la­tion in Europa wird auf 1,2 Millio­nen bis 2,6 Millio­nen Brut­paare geschätzt (Jahres­be­stand 2020), weshalb sie als noch nicht bedrohte Vogel­art gilt. Ihr Lebens­raum wird aber durch Rodun­gen und Nahrungs­knapp­heit immer weiter einge­schränkt. In Deutsch­land leben ca. 300.000 Brut­paare, die sich über­wie­gend auf die nord­deut­sche Tief­ebene erstre­cken (Jahres­be­stand 2022).

Wie lässt sich die Klap­per­gras­mü­cke äußer­lich von ihren Verwand­ten unter­schei­den?

Die Klap­per­gras­mü­cke ist mit einer Größe von 11 bis 13 cm und einem Gewicht von max. 16 g die Kleinste in der Vogel­fa­mi­lie der Gras­mü­cken. Auch ihre Flügel­spann­weite beträgt ledig­lich 18 bis 20 cm. Trotz ihrer unschein­ba­ren Größe können Klap­per­gras­mü­cken ein beträcht­li­ches Alter von bis zu 11 Jahren errei­chen. Bei dem klei­nen Sing­vo­gel fällt sofort das charak­te­ris­ti­sche Gefie­der mit kontrast­rei­cher grau­brau­ner Kopf-/ Rücken­par­tie und der schnee­wei­ßen Hals-/ und Bauch­seite ins Auge. Der Schna­bel der Klap­per­gras­mü­cke ist schwarz und rela­tiv kurz. Auch die klei­nen Bein­chen sind schwarz. Eine opti­sche Verwechs­lungs­ge­fahr kann es deshalb mit der Dorn­gras­mü­cke geben, insbe­son­dere bei schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen. Ein gutes Unter­schei­dungs­merk­mal zwischen den beiden Vogel­ar­ten sind die dunk­len abge­grenz­ten Ohrde­cken bei der Klap­per­gras­mü­cke. Ihre Augen­par­tie ist schwarz gekenn­zeich­net. Bei manchen Exem­pla­ren verläuft ein heller Strei­fen über dem Auge, was aber von selte­ner Natur ist. Zwischen männ­li­cher und weib­li­cher Klap­per­gras­mü­cke gibt es optisch keine Unter­schiede. Selbst die Jung­vö­gel sehen nach kurzer Zeit den Eltern schon sehr ähnlich.

Klappergrasmücke Steckbrief

Klap­per­gras­mü­cke

Da sich die klei­nen putzi­gen Vögel mit ihrem Feder­kleid sehr gut in dich­ten Gebü­schen und Hecken perfekt tarnen können, müssen Sie schon genau hinschauen, um sie zu entde­cken. Wie bereits erwähnt, sind die Tiere ziem­lich scheu, obwohl sie sich mit der mensch­li­chen Zivi­li­sa­tion arran­giert haben. Viel­leicht gelingt es Ihnen auch, den Klap­per­gras­mü­cken-Ruf aus einer bunten, zwit­schern­den Vogel­schar heraus­zu­fil­tern.

Wie klingt der Klap­per­gras­mü­cken-Ruf und wie unter­schei­det er sich von seiner Vogel­fa­mi­lie?

Wie ihr Name schon erah­nen lässt, verdankt die Klap­per­gras­mü­cke ihrem charak­te­ris­ti­schen „Klap­pern“ ihren Namen und unter­schei­det sich somit von der Mönchs­gras­mü­cke. Ihr Gesang beginnt mit einem soge­nann­ten Schwät­zen, welches noch verhält­nis­mä­ßig leise ist, wech­selt dann aber in ein rhyth­mi­sches, schla­gen­des Klap­pern. Während der Klap­per­gras­mü­cken-Ruf eher wie ein „täck-täck“ oder „tell-tell“ klingt und dem Ruf der Mönchs­gras­mü­cke sehr ähnelt.

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Wie sieht der natür­li­che Lebens­raum der Klap­per­gras­mü­cke aus?

Um das scheue „Müller­chen“ ausfin­dig zu machen, müssen Sie sich in Geduld üben. Die Lieb­lings­orte der Klap­per­gras­mü­cke sind Gärten mit dich­tem Gestrüpp, klei­ne­ren Baum­grup­pen und Parks. Genauso wie die Garten­gras­mü­cke, lebt sie auf Fried­hö­fen oder an Fluss­ufern mit dich­tem Busch­werk. Da sich die Klap­per­gras­mü­cke im Sommer von nahr­haf­ten Beeren und Pollen ernährt, gibt es dort die Möglich­keit, sie zu erspä­hen. Aber auch an Wald­rän­dern, beispiels­weise in jungen Nadel­wäl­dern und hecken­rei­chen Feld­rän­der sind die zier­li­chen Vögel anzu­tref­fen. In denen bauen sie nämlich gerne ihre Nester für die Eiab­lage.

Wovon ernäh­ren sich Klap­per­gras­mü­cken?

Die Klap­per­gras­mü­cke zählt zu den Insek­ten­fres­sern, weshalb Larven, Raupen oder Spin­nen zu ihren bevor­zug­ten Nahrungs­quel­len gehö­ren. Diese finden sie vorwie­gend in Bäumen und Sträu­chern. Aber auch Pollen und Blüten­nek­tar stehen auf ihrer Spei­se­karte. In den Spät­som­mer­mo­na­ten futtern sie vermehrt Beeren und Früchte, um mit ausrei­chend Ener­gie­re­ser­ven für ihre lange Reise Rich­tung Afrika ausge­stat­tet zu sein.

Klappergrasmücken sind Insektenfresser

Klap­per­gras­mü­cken sind Insek­ten­fres­ser

Wie läuft das Paarungs­ver­hal­ten und die Brut­zeit bei der Klap­per­gras­mü­cke ab?

Bereits im ersten Lebens­jahr sind die Tiere geschlechts­reif. Haben die Vögel einen Part­ner gefun­den, führen sie für die Brut­sai­son, eine mono­game Brutehe. Die Brut­sai­son beginnt im Mai und geht bis in den Juli, es findet in der Regel nur eine Jahres­brut statt.

Ein typi­sches Balz­ver­hal­ten läuft wie folgt ab: Das Gras­mü­cken­männ­chen versucht ein poten­zi­el­les Weib­chen zu locken, indem er zu einem bereits ausge­wähl­ten Brut­platz vorfliegt. Das Revier wurde bereits vom Männ­chen nach der Rück­kehr aus Afrika, seinem Winter­quar­tier, bezo­gen. Das Balz­ver­hal­ten der Klap­per­gras­mü­cke zeich­net sich u. a. durch das charak­te­ris­ti­sche, bereits erwähnte, „Klap­pern“ aus.

Nach­dem das Männ­chen ein Weib­chen für sich gewon­nen hat, begin­nen die beiden ein offe­nes, napf­för­mi­ges Nest aus Halmen, Wurzeln und Zwei­gen zu bauen. Dabei wählt das Eltern­paar gerne dornige Sträu­cher und Hecken aus, die Schutz vor ihren Fein­den bieten sollen. Das Nest befin­det sich in der Regel nur wenige Meter über dem Erdbo­den, weshalb ihre Fress­feinde wie Katzen, Marder und Raub­vö­gel oftmals ein leich­tes Spiel haben, die Eier oder die Jung­vö­gel zu erbeu­ten. Durch die natür­li­che Auslese erreicht auch nicht jede Klap­per­gras­mü­cke ein Alter von bis zu 11 Jahren.

Das Weib­chen legt drei bis fünf helle Eier, mit gespren­kel­ten dunk­len Punk­ten in das Nest. Nach einer Brut­dauer von 11 bis 13 Tagen, in den sich die Eltern­tiere beim Brüten abwech­seln, schlüp­fen die Jung­tiere. Auch die Aufzucht der Jungen, die völlig nackt und blind zur Welt kommen, findet in Team­ar­beit statt. Nach rund 14 Tagen inten­si­ver Aufzucht und Pflege, star­ten die klei­nen Klap­per­gras­mü­cken ihre ersten Flug­ver­su­che und verlas­sen alsbald das Nest.

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Wo über­win­tert die Klap­per­gras­mü­cke?

Genauso wie ihre Verwandte, die Garten­gras- und Dorn­gras­mü­cke, gehört die Klap­per­gras­mü­cke zu den Lang­stre­cken­zie­hern und legt Entfer­nun­gen von bis zu 5000 Kilo­me­tern zurück. Sie treten ihre lange Flug­reise bereits im August/ Septem­ber Rich­tung tropi­sches Afrika an und kehren Anfang Mai wieder nach Europa zurück. Äthio­pien oder Sudan zählen dabei zu den bevor­zug­ten Winter­quar­tie­ren des klei­nen Zugvo­gels. Leider wird ihr Bestand durch Einsatz von Pesti­zi­den auch in den afri­ka­ni­schen Ländern immer weiter verklei­nert, weshalb es umso wich­ti­ger ist, der scheuen Klap­per­gras­mü­cke in unse­ren heimi­schen Gärten und Land­schaf­ten ausrei­chend Nist- und Futter­mög­lich­kei­ten anzu­bie­ten.

Wie können Sie die Klap­per­gras­mü­cke im eige­nen Garten unter­stüt­zen?

Mit zuneh­men­den Rück­gang der Insek­ten­po­pu­la­tio­nen und dich­ter Vege­ta­tion fällt es auch der Klap­per­gras­mü­cke immer schwe­rer, geeig­nete Brut­plätze und genü­gend Nahrung zu finden. Als Vogel­freund können Sie ihr aber helfen.

Da die Klap­per­gras­mü­cke keine geschlos­se­nen Nist­hil­fen annimmt, freut sich ihr klei­nes Vogel­herz aber über einen insek­ten­freund­li­chen Garten mit Hecken­plät­zen, einer einge­sä­ten Blumen­wiese und Büschen – möglichst natur­be­las­sen, wild und blühend. Mit klas­si­schen Vogel­fut­ter lässt sich der Sing­vo­gel nur schwer locken, dennoch können Sie es mit Weich­fut­ter in Form von Beeren versu­chen. Vermei­den Sie außer­dem den Einsatz von künst­li­chen Düngern und Pesti­zi­den im Garten. Ideal wäre es dazu, Trink­mög­lich­kei­ten für die gefie­der­ten Freunde bereit­zu­stel­len. Diese Wasser­stel­len soll­ten aber aus hygie­ni­schen Grün­den regel­mä­ßig gerei­nigt werden, an heißen Tagen am besten täglich.

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