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Der Star: Steck­brief einer heimi­schen Vogel­art

Der Star (Stur­nus vulga­ris) gehört zu den gesel­li­gen Multi­ta­len­ten unter den heimi­schen Vögeln. Der rund 22 Zenti­me­ter große Sing­vo­gel, der bei seinem Outfit auf ein purpur-glän­zen­des Gefie­der setzt, zeigt vor allem beim Singen echte Star-Quali­tä­ten. Doch auch wenn wir derzeit vor allem im Herbst noch Stare in großen Schwär­men flie­gen sehen, gehö­ren auch sie längst zu den bedroh­ten Vogel­ar­ten. Auch der Star ist mitt­ler­weile auf die Unter­stüt­zung von uns Menschen ange­wie­sen.

Im Folgen­den geben wir Ihnen einen inter­es­san­ten Einblick in das Leben der Stare und wir verra­ten Ihnen, was den Vogel Star so beson­ders macht.

Wie sieht ein Star aus

Der Star: Das gesel­lige Multi­ta­lent

Der Star gehört zur Art der Sper­lings­vö­gel. Er ist mitt­ler­weile nicht nur in Asien und Europa weit verbrei­tet, sondern durch Einbür­ge­rung ist die Vogel­art heut­zu­tage auch in vielen Teilen Ameri­kas sowie in Austra­lien, Neusee­land und Afrika anzu­tref­fen.

In Deutsch­land war der Star der „Vogel des Jahres 2018“ und dass nicht ohne Grund. So beein­druckt die Vogel­art mit einem einzig­ar­ti­gen Talent zur Imita­tion von Stim­men und Geräu­schen. Er kann nicht nur andere Vogel­ar­ten perfekt nach­ah­men, sondern auch mensch­li­che Gegen­stände und Stim­men imitie­ren.

Äußere Merk­male des Vogels Star

Der Stur­nus vulga­ris erreicht unab­hän­gig vom Geschlecht ein Gewicht von maxi­mal neun­zig Gramm sowie eine Körper­länge von 18 bis 22 Zenti­me­ter. Der Vogel fällt insbe­son­dere durch das präch­tig schwarze Gefie­der mit den winzi­gen weißen Punk­ten auf, was im Sonnen­licht häufig violett und smaragd­grün schim­mert. Der Star besitzt zudem einen auffal­lend kurzen Schwanz, der in einem leuch­ten­den Grün am Bürzel erscheint. Sein gelber, spit­zer Schna­bel ist beim Weib­chen an der Unter­seite weiß-gelb­lich gefärbt, während er bei Männ­chen in einem blau­grauen Ton erscheint. Das Gefie­der des Stars sieht bei Männ­chen und Weib­chen gleich aus.

Gesang: Die Vogel­stimme des Stars

Seinen Gesang trägt der Star ganz­jäh­rig vor. Während der Brut­zeit oft in der direk­ten Nähe der Brut­höhle. Ein inten­siv singen­der Star sträubt bei seinen Ruflau­ten das Gefie­der und flat­tert mit den Flügeln.

Der Star ist bekannt für seine Fähig­keit, Laute und Tier­stim­men zu imitie­ren. So kann er unter ande­rem den Ruf des Mäuse­bus­sards, der Wach­tel oder des Kiebitz nach­ah­men. Dane­ben schaf­fen es die Vögel auch, nahezu perfekt Hunde­laute, Rasen­mä­her­ge­räu­sche oder ähnli­ches zu imitie­ren.

Die Warn­rufe des Stars unter­schei­den sich je nach Bedro­hung. Während er mit einem kurzen, schar­fen und schnel­len „spett,sett“ vor Flug­fein­den wie Krähen oder Greif­vö­geln warnt, nutzt er ein lang­ge­zo­ge­nes, wieder­hol­tes „brrrt“ bei Gefah­ren, die von Boden­fein­den ausge­hen.

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Natür­li­cher Lebens­raum des Stars

Der Star besie­delt verschie­denste Lebens­räume und bewohnt vor allem in Europa und Asien große Flächen. So trifft man die Vogel­art sowohl an Flüs­sen und Seen sowie in Wäldern, als auch in Park­land­schaf­ten und Klein­gär­ten. Sogar Stadt- und Dorf­zen­tren gehö­ren zum natür­li­chen Lebens­raum des Stars.

Gleich­zei­tig fühlt er sich aber auch im Moor wohl, wo er von den alten Baum­be­stän­den profi­tie­ren kann. Der Star fehlt im Grunde genom­men nur inner­halb geschlos­se­ner Wald­ge­biete, in Höhen­la­gen ab rund 1000 Metern sowie in völlig ausge­räum­ten Agrar­land­schaf­ten.

Die höchste Dichte dieser Vogel­art ist in Berei­chen mit höhlen­rei­chen Baum­land­schaf­ten zu finden, in deren direk­ter Nach­bar­schaft Grün­land für die Nahrungs­su­che zur Verfü­gung steht.

Paarung und Brut­ver­hal­ten der Staren

Staren bauen ihr Nest gemein­sam aus trocke­nen Wurzeln, Blät­tern, Halmen und Federn vorzugs­weise in Höhlen. Über­wie­gend wählen sie hier­für Fels­spal­ten oder Baum­höh­len aus, aber auch Nist­käs­ten in Sied­lungs­be­rei­chen (Staren­kas­ten) gehö­ren zu den bevor­zug­ten Brut­plät­zen.

Der Star führt eine Brutehe, sodass das Männ­chen während einer Brut­pe­ri­ode mono­gam sein kann, häufig jedoch mehrere Paarun­gen gleich­zei­tig statt­fin­den.

Staren haben in der Regel ein bis zwei Jahres­bru­ten. Die Eiab­lage des Stars erfolgt in Mittel­eu­ropa in der Regel zwischen dem 10. und dem 30. April, die Brut­zeit kann aber bis in den Juli reichen.

Die Star-Eier sind hell­blau bis hell­grün und besit­zen keine Zeich­nung. Im Durch­schnitt wiegen sie rund 6,5 Gramm und messen 31cm x 21cm. Das Gelege des Stars besteht in vielen Fälle aus 4 bis 8 Eiern und muss 11 bis 13 Tage lang gebrü­tet werden. Anschlie­ßend beträgt die Nest­lings­zeit der Tiere 17 bis 21 Tage. Der Groß­teil der Jung­tiere wird in Mittel­eu­ropa zwischen dem 20. Mai und dem 10. Juni flügge und verlässt das dann das Staren­nest. Die Versor­gung der Jung­vö­gel mit Futter, über­neh­men beide Eltern­vö­gel gemein­sam.

Star mit Jungvogel im Starenkasten

Feinde und Gefah­ren des Stars

Stare finden vermehrt in alten Baum­höh­len einen geeig­ne­ten Unter­schlupf. Aller­dings hat sich in den vergan­ge­nen Jahren der Bestand an alten Bäumen dras­tisch redu­ziert, was in erster Linie natür­lich auf das Verhal­ten der Menschen zurück­zu­füh­ren ist. Durch das Fällen der Bäume zerstö­ren wir nicht nur den natür­li­chen Lebens­raum des Stars, sondern auch zahl­rei­cher ande­rer Tier- und Insek­ten­ar­ten.

Darüber hinaus hat der Star aber auch noch viele natür­li­che Feinde. So gehört der Sper­ber, der Falke, der Rotmi­lan, die Rohr­weihe, der Storch sowie die Katze zu den natür­li­chen Fress­fein­den des Stars.

Aber auch durch Menschen­hand werden viele Tiere getö­tet und über­le­ben kaum das erste Jahr. So werden in eini­gen Teilen der Welt spezi­elle Fang­netze während des Vogel­zugs aufge­stellt, mit denen sich jähr­lich Millio­nen von Sing­vö­gel fangen lassen, um anschlie­ßend bei uns Menschen auf dem Teller zu landen.

Natür­li­che Lebens­er­war­tung des Stars

In der Regel beträgt die Lebens­er­war­tung des Stars 2 bis 3 Jahre. In Einzel­fäl­len können die Tiere aber auch ein Alter von über 20 Jahren errei­chen, wie ein bering­ter Star aus Däne­mark bewei­sen konnte: Der Vogel wurde 22 Jahre und 11 Monate alt. Der älteste, in Deutsch­land beringte Star erreichte ein Alter von 21 Jahren und 4 Mona­ten.

Natür­li­ches Futter der Staren

Der Star ist ein sehr gesel­li­ger Vogel, der sich gerne in große Schwär­men aufhält und gemein­sam mit seinen Artge­nos­sen auf Futter­su­che geht. Die Vogel­art hält sich beson­ders gerne in der Nähe von uns Menschen auf, denn dort durch­su­chen sie Abfälle und Wiesen nach essba­ren Lecke­reien. Deshalb trifft man häufig in Stadt­zen­tren oder in Grün­an­la­gen auf Stare.

Als Weich­fut­ter­fres­ser ernährt sich der Star sowohl von Beeren, Nüssen und Früch­ten, als auch von Schne­cken, Raupen, Spin­nen, Würmern und ande­ren Insek­ten. Er verschmäht aber auch verschie­dene Blatt­schäd­linge nicht, sodass er in vielen Gärten ein gern gese­he­ner Gast ist.

Der Star als bedrohte Vogel­art mit all seinen Beson­der­hei­ten

Der Star ist ein Aller­welts­vo­gel, einer, der in den verschie­dens­ten Kinder­lie­dern besun­gen wird. In den letz­ten beiden Jahr­zehn­ten hat diese Vogel­art aller­dings rund 39 % ihres Bestands verlo­ren. Während es vor etwa 20 Jahren noch rund 4,5 Millio­nen Staren gab, sind es jetzt laut Anga­ben des Natur­schutz­bun­des NABU nur noch etwa 3 Millio­nen Tiere. Zwar ist der Star jetzt noch rela­tiv weit verbrei­tet, aller­dings nimmt die Anzahl der Tiere rapide ab. Deshalb ist der Star in der deutsch­land­wei­ten Roten Liste bereits auf „gefähr­det“ hoch­ge­stuft worden.

Ein Grund für diese schnelle Abnahme ist insbe­son­dere die indus­tri­elle Land­wirt­schaft. Durch den Einsatz von immer mehr Pesti­zi­den ster­ben immer mehr Insek­ten. Dadurch wird die Nahrung für den Star immer knap­per. Auch wenn sich der Star im späten Sommer und Herbst über­wie­gend von Trau­ben und Kirschen ernährt, sind Insek­ten vor allem während der Aufzucht der Jung­tiere wich­tig.

Dass immer weni­ger Kühe auf den Wiesen gehal­ten werden, sondern ein Groß­teil der Haltung in Stäl­len statt­fin­det, benach­tei­ligt den Star eben­falls. Damit gibt es nämlich auch weni­ger Kuhfla­den, die eine wich­tige Nahrungs­grund­lage für Käfer und andere Insek­ten darstel­len. Diese wiederum sind die Nahrungs­quelle der Stare.

Im Herbst zieht der mittel­eu­ro­päi­sche Star als Zugvo­gel bis nach Nord­afrika und in den südli­chen Mittel­meer­raum. Er legt damit eine maxi­male Zugstre­cke von rund 2.000 Kilo­me­tern zurück. Doch dies ist nicht die einzige Leis­tung des Stars, die äußerst beein­dru­ckend ist. Der Vogel ist auch, wie bereits oben erwähnt, ein hervor­ra­gen­der Stim­men­imi­ta­tor. So ist es für einige Tiere, die direkt neben einem Wohn­haus brüten, kein Problem, Klavier­so­na­ten nach­zupfei­fen oder das klin­gelnde Tele­fon zu imitie­ren. Auch Poli­zei­si­re­nen oder schrei­ende Babys wurden schon nach­weis­lich und hörbar von Staren nach­ge­ahmt.

Vogelstimme Star Gesang

Der Star ist also eine einzig­ar­tig künst­le­ri­sche Vogel­art, die unsere Hilfe braucht. Stare finden nämlich immer weni­ger geeig­nete Unter­schlüpfe und Futter für sich und ihre Jung­vö­gel. Um die Vögel zu unter­stüt­zen, können Sie in Ihren Garten mit einem Staren­kas­ten und Vogel­fut­ter­häu­sern bestü­cken. So werden die Tiere ange­lockt und Sie können ganz neben­bei von dem wunder­schö­nen Gesang der Vogel­art profi­tie­ren.