Wer im eigenen Garten füttert, schafft eine verlässliche Nahrungsquelle. Genau das macht die Stelle auch für die Nachbarskatze berechenbar. Sie muss nicht jagen, sie muss nur warten, und sie lernt innerhalb weniger Tage, zu welcher Uhrzeit sich das Warten lohnt.
Ein Garten lässt sich nicht katzendicht machen. Er lässt sich aber so gestalten, dass eine Katze deutlich länger braucht, um an die Futterstelle zu kommen, und dass Vögel diese Zeit zum Auffliegen haben. Drei Stellschrauben entscheiden darüber, nämlich die Barriere am Grundstücksrand, der Kletterschutz und der Standort der Futterstelle selbst.
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Die Barriere am Grundstücksrand
Katzen springen aus dem Stand rund anderthalb Meter hoch und nutzen jede waagerechte Fläche als Zwischenstufe. Ein klassischer Holzzaun mit Querlatten ist deshalb praktisch eine Leiter. Entscheidend ist weniger die reine Höhe als die Frage, ob es auf dem Weg nach oben etwas zum Festhalten gibt.
Aus diesem Grund schneiden Metallzäune mit glatten, senkrechten Stäben besser ab als Holz. Wer einen Doppelstabmattenzaun kaufen möchte, sollte auf eine Höhe ab 1,80 Metern achten und die Matten bündig am Boden abschließen lassen, damit keine Lücke zum Durchschlüpfen bleibt. Anbieter wie meingartenversand.de führen die Matten in verschiedenen Höhen und mit passenden Pfosten, was den späteren Aufbau des Kletterschutzes erleichtert.
Ein durchgehender Zaun bringt allerdings nur etwas, wenn er auch durchgehend ist. Die meisten Katzen kommen über das Gartentor, über einen angrenzenden Carport oder über den Zaun des Nachbarn, der einen halben Meter niedriger ist. Ein Rundgang um das Grundstück vor dem Kauf zeigt zuverlässiger, wo die Schwachstelle liegt, als jede Produktbeschreibung.
Kletterschutz entscheidet über die Wirkung
Die eigentliche Arbeit leistet der Aufsatz, nicht der Zaun. Diese Varianten haben sich bewährt und lassen sich auch nachrüsten.
- Ein nach außen geneigter Aufsatz im Winkel von etwa 45 Grad, der die letzten 30 bis 40 Zentimeter überhängen lässt
- Frei drehende Rollen auf der Zaunkrone, die unter Belastung nachgeben und den Halt nehmen
- Ein straff gespanntes Netz oder Drahtgeflecht als Überhang, günstiger und optisch unauffälliger
- Baummanschetten aus glattem Blech oder Kunststoff, etwa 50 Zentimeter breit, an jedem Stamm in Zaunnähe
- Ein Sicherheitsabstand von zwei Metern zwischen Zaun und allen Gegenständen, die als Absprungrampe taugen
Der letzte Punkt wird am häufigsten übersehen. Mülltonnen, Gartenmöbel, ein Holzstapel oder ein Kompostbehälter neben dem Zaun setzen die effektive Zaunhöhe um einen ganzen Meter herab. Wer den Kletterschutz montiert und die Regentonne stehen lässt, hat vor allem Geld ausgegeben.
Was die Zahlen über Katzen und Vögel sagen
Die Dimension des Problems wird oft unterschätzt. In Deutschland leben mehr als 14 Millionen Hauskatzen, dazu kommen nach Schätzungen rund zwei Millionen Streuner. Der NABU verweist in seiner Darstellung zum schwierigen Verhältnis von Katzen und Vögeln auf Untersuchungen des Instituts für Haustierkunde der Universität Kiel, nach denen Singvögel gut zwanzig Prozent des Beutespektrums ausmachen. Empfohlen wird dort außerdem, Freigang von Mitte Mai bis Mitte Juli einzuschränken, weil in dieser Zeit die flüggen Jungvögel unterwegs sind.
Hilfreich ist der Blick auf die Uhrzeit. Die Verluste entstehen überwiegend in den frühen Morgenstunden. Wer mit den Nachbarn spricht und erreicht, dass die Katze bis acht Uhr im Haus bleibt, erreicht in der Brutzeit mehr als mit jedem Zaunaufsatz.
Beim Pfostensystem lohnt ein zweiter Blick. Werden die Pfosten einbetoniert, sitzt der Zaun dauerhaft fest und der Aufsatz hält auch bei Belastung. Aufgeschraubte Varianten auf Bodenhülsen sind schneller montiert, geben unter dem Gewicht einer springenden Katze aber leicht nach und lockern sich über die Jahre. Wer den Zaun ohnehin neu setzt, plant den Kletterschutz am besten direkt mit ein, weil längere Pfosten im Nachhinein kaum zu ergänzen sind.
Der Standort der Futterstelle
Innerhalb des Gartens entscheidet die Platzierung. Ein Vogelfutterhaus gehört frei stehend in den Garten, mit ungehindertem Anflug aus allen Richtungen. Der NABU nennt einen Mindestabstand von zwei Metern zu Büschen, damit sich keine Katze ungesehen anschleichen kann. Gleichzeitig sollte Deckung in drei bis fünf Metern Entfernung erreichbar sein, weil Vögel bei Gefahr ein Ziel zum Anfliegen brauchen.
Der Ständer selbst verdient Aufmerksamkeit. Ein dicker Holzpfosten ist für eine Katze bequem zu erklettern, ein dünnes glattes Metallrohr dagegen kaum. Wo ein Holzständer bleiben soll, hilft eine Manschette auf halber Höhe. Hängende Futtersilos an einem dünnen Ast schwanken bei Belastung und werden von Katzen selten angesteuert.
Im Winter verschärft sich die Lage
Bei Frost konzentriert sich das Vogelleben auf wenige Punkte im Garten, und genau diese Konzentration macht die Futterstelle für Katzen interessant. Wer über die Winterfütterung nachdenkt, wählt am besten neben dem Futter auch gleich mehrere Standorte. Verteilte Futterplätze senken die Zahl der Vögel, die gleichzeitig an einem Ort sitzen, und machen das Ansitzen für eine Katze unattraktiv.
Schnee zeigt außerdem, welche Wege eine Katze tatsächlich nimmt. Ein Blick auf die Spuren nach der ersten Nacht verrät die Einstiegsstelle am Zaun genauer als jede Vermutung, und dort lohnt sich die Nachrüstung zuerst.
Die Nachbarschaft gehört dazu
Rechtlich lässt sich wenig erzwingen. Freilaufende Katzen dürfen fremde Grundstücke betreten, und Gerichte werten das regelmäßig als geringfügige Beeinträchtigung, die hinzunehmen ist. Vergrämungsmittel wiederum dürfen die Tiere nach dem Tierschutzgesetz weder verletzen noch erheblich belasten, was Elektrozäune und scharfkantige Aufsätze ausschließt.
Wirksamer als jede Auseinandersetzung ist das Gespräch. Viele Katzenhaltende wissen schlicht nicht, wie hoch die Verluste in der Brutzeit ausfallen. Auffällig gemusterte Halskrausen haben sich in Untersuchungen übrigens als deutlich wirksamer erwiesen als das klassische Glöckchen, weil Vögel Farben früher wahrnehmen als leise Geräusche.
Was ein Zaun nicht leisten kann
Ein hoher Zaun mit Kletterschutz hält geübte Freigänger nicht dauerhaft fern, und er nützt gegen Sperber oder Elstern gar nichts. Realistisch ist eine deutliche Reduzierung, keine Nullgrenze. Wer zusätzlich dichte Dornensträucher wie Weißdorn oder Wildrose pflanzt, gibt kleinen Vögeln einen Rückzugsort, den eine Katze nicht durchdringt.
Die wirksamste Kombination besteht deshalb aus drei Ebenen. Eine glatte Barriere am Rand, eine frei stehende Futterstelle mit Sichtachsen und dichte Deckung in Reichweite. Jede Ebene für sich hat Lücken, zusammen ergeben sie einen Garten, in dem Vögel eine faire Chance haben.